Lokales

Normale Entwicklung für Dezember

Obwohl sich die konjunkturelle Besserung auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt, hat die Zahl der Menschen, die keine Arbeit haben, im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen leicht zugenommen. Im vergangenen Monat waren 19 212 Männer und Frauen ohne Job. Damit ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit, der im Frühjahr begonnen hat, zunächst unterbrochen.

KREIS ESSLINGEN Im Dezember waren im Vergleich zum Vormonat 87 Menschen oder 0,5 Prozent mehr arbeitslos gemeldet. Nach Erfahrung der Agentur für Arbeit ist diese Entwicklung im Dezember aber nicht ungewöhnlich und gibt keinen Anlass für eine ungünstige Bilanz zum Jahresende: "Die Zahl der arbeitslosen Menschen in einem Dezember ist so günstig wie seit 2002 nicht mehr und bietet eine gute Ausgangsbasis für die folgenden, arbeitsmarktlich schwächeren Monate", zieht Bettina Münz, die stellvertretende Leiterin der Göppinger Agentur, trotz des leichten Anstiegs Bilanz. Im Dezember des Vorjahres waren noch 22 133 und damit 2 922 oder 13,2 Prozent mehr Menschen ohne eine Beschäftigung.

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Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt wie im Vormonat bei 4,8 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 5,6 Prozent. 9 796 Personen gehören zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II) und werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Job-Center der Landkreise Esslingen und Göppingen betreut. Bei beiden Job-Centern ist mit einer schwachen Zunahme der Bewerberzahlen kaum Bewegung zu verzeichnen: mit einem leichten Plus zum Vormonat sind 3 551 (2 mehr oder plus 0,1 Prozent) Menschen bei den Job-Centern des Landkreises Göppingen gemeldet. Bei den Job-Centern des Landkreises Esslingen sind nach einer Zunahme um 37 Personen (plus 0,6 Prozent) 6 245 Menschen ohne Arbeit registriert (im November waren es 6 208).

Die Arbeitslosenquote des Landkreises Göppingen, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, liegt bei 5,7 Prozent, mit der Hauptagentur in Göppingen bei 5,7 und der Geschäftsstelle in Geislingen bei 5,5. Die Quote bei den Geschäftsstellen des Landkreises Esslingen (Esslingen: 4,5 Prozent; Kirchheim: 4,4 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 3,6 Prozent und Nürtingen: 4,6 Prozent) liegt bei 4,4 Prozent. Die Quoten haben sich in den Geschäftsstellen Kirchheim und Geislingen sogar um je 0,1 Prozentpunkte verbessert; in Nürtingen hat sie sich um 0,1 Prozentpunkte erhöht.

Von Betrieben und Verwaltungen in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen wurden im Dezember erneut weniger neu zu besetzende Arbeitsplätze (minus 118) an den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der beiden Job-Center gemeldet: insgesamt waren es im vergangenen Monat 1 583 Arbeitsstellen, für die die Unternehmen Personal gesucht hatten. Im Vormonat waren es 1 701, im Dezember des Vorjahres 1 796 Stellen. Allerdings ist auch diese Entwicklung für diesen Monat nicht ungewöhnlich: seit 1992 schon wurden im Verlauf des Dezembers weniger Stellen gemeldet als im November. Der hohe Bestand an Arbeitsstellen ist darüber hinaus als positiv zu werten und ist "ein Indikator für die positive konjunkturelle Entwicklung und die guten Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt", ist Bettina Münz zuversichtlich.

An ungeförderten Stellen also freie Arbeitsplätze, die ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), von Personal-Service-Agenturen (PSA) angeboten wurden oder Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II stehen dem Arbeitsmarkt im gesamten Bezirk 5 083 gemeldete Arbeitsplatzangebote für die Vermittlung zur Verfügung. Zu den 5 083 gemeldeten Arbeitsplätzen im Dezember kommen weitere 285 geförderte Stellenangebote; darunter sind 267 sogenannte Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs). Im Dezember 2005 konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur und der Job-Center auf lediglich 3 983 gemeldete Jobs zurückgreifen.

Durch die gesetzliche Änderung zum Saison-Kurzarbeitergeld erscheinen die Zahlen zur Kurzarbeit vierteljährlich, weil nur noch eine quartalsmäßige Erhebung erfolgt.

5 422 Männer und Frauen nahmen im vergangenen Monat an arbeitsmarktpolitischen Instrumenten sowohl der Agentur als auch der beiden Job-Center teil oder wurden bei dem Aufbau einer eigenen Existenz unterstützt. Wie in den Vormonaten liegt dabei der Schwerpunkt im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III bei der Förderung einer selbstständigen Tätigkeit durch den Existenzgründerzuschuss (Ich-AG) und der Gewährung von Eingliederungszuschüssen, und im Rechtskreis Sozialgesetzbuch II bei den Arbeitsgelegenheiten.

In diesem Monat fällt die Betrachtung der unterschiedlichen Gruppen am Arbeitsmarkt unterschiedlich aus: während die Jüngeren unter 25 Jahren und besonders die Jugendlichen unter 20 Jahren von der anhaltend positiven Entwicklung profitieren und ihre Zahl weiter rückläufig ist, hat die Zahl der 50-Jährigen und Älteren sowie die der Ausländer zugenommen.

Im Dezember sind im Vergleich zum Vormonat 66 oder 3,5 Prozent weniger junge Menschen unter 25 Jahren im Bezirk der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet; ihre Zahl liegt nun bei 1 840. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren hat sich die Zahl ebenfalls reduziert und zwar um 25 oder 7,1 Prozent. Es sind mit Abschluss des Jahres noch 327, die einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz suchen.

Anders sieht die Situation bei denen aus, die 50 Jahre und älter sind: waren es im November 2006 noch 5 199, sind es jetzt 5 274 eine Zunahme um 75 Personen oder 1,4 Prozent. Gleichwohl hat die Zahl der Ausländer, deren Anteil an allen arbeitslosen Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen bei 28,6 Prozent liegt, ebenfalls zugenommen: von 5 411 im November auf 5 493 im vergangenen Monat ein Anstieg um 82 oder 1,5 Prozent. Im Dezember des Vorjahres waren 780 arbeitslose ausländische Arbeitnehmer weniger registriert.

pm