Lokales

Notzingen befürchtet mehr Lastwagen

Das Durchfahrtsverbot für Lastwagen in Stuttgart beschäftigte nun schon das zweite Mal den Notzinger Gemeinderat. Nicht nur ein Teil der Räte, sondern auch die Bürger befürchten, dass die L 1201, die durch die Bodenbachgemeinde führt, als Schleichweg dienen könnte.

Anzeige

Iris Häfner

Notzingen. „Es besteht unumstritten die Gefahr, dass ein Lkw-Fahrer im Zuge des Durchfahrtsverborts in Stuttgart durch Notzingen fährt. Das Regierungspräsidium Stuttgart erklärte uns gegenüber jedoch klar und deutlich, dass wir nicht beteiligt sind“, erklärte Notzingen Bürgermeister Jochen Flogaus dem Gemeinderat. Notzingen liegt nach Ansicht der übergeordneten Behörde nicht im betroffenen Korridor und wurde deshalb auch nicht bezüglich des Luftreinhalte- und Aktionsplans angeschrieben. Dem gehören beispielsweise die Nachbarkommune Wernau an, aber auch Plochingen und Wendlingen. Reichenbach wurde erst durch nachhaltiges Drängen in den Kreis der betroffenen Kommunen aufgenommen.

Notzingen befürchtet, dass durch den erhöhten Verkehr über den Schurwald die L 1201 über Hochdorf nach Kirchheim zur A 8 von den Lkws als Fahrtstrecke genutzt wird, um Mautgebühren einzusparen. „Nachdem die Gemeinde keine Möglichkeit hat, sich hier aktiv einzubringen, kann nur von der Hoffnung ausgegangen werden, dass der Verkehr über die B 10 und B 313 zur A 8 läuft“, erklärte Jochen Flogaus.

Da vom RP keine Auskünfte erteilt wurden, bekam Notzingen von Reichenbach die entsprechende Pläne und Unterlagen zugeschickt. Der Bereich zwischen Esslingen, Ostfildern sowie Plochingen und Wendlingen ist laut den Plänen als „Erweiterung Szenario 1 c“ vorgesehen, ebenso die Bereiche Korntal und Gerlingen. Das Stadtgebiet Stuttgart zwischen Kornwestheim, Korntal, Gerlingen, Sindelfingen und Echterdingen gilt als „Verbotszone Szenario 1 a“ und Ostfildern hat den Status „Erweiterung Szenario 1 b“, da der Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik unzumutbare Lkw-Zuwächse in der Ortsdurchfahrt von Nellingen errechnet hat.

Die Entlastungen führen zu einer Verlagerung des Lkw-Durchgangsverkehrs auf die A 81 im Westen, die A 8 im Süden, die B 313 im Osten und die B 10 im Norden. Auf der B 313 zwischen dem Kreuz Wendlingen und dem Dreieck Plochingen verkehren zusätzlich rund 1 350 Lkw pro Tag. Relevante Mehrbelastung gibt es in Ortsdurchfahrten auf der L 1151 von Schorndorf über Schlichten, Lichtenwald nach Reichenbach. Auf diesem Schurwaldübergang fahren täglich zusätzlich 150 bis 200 Lkw.

Herbert Hiller sieht die Problematik nicht so dramatisch. „Die ständige Berg- und Talfahrt über den Schurwald und dann über Notzingen werden die Lkw-Fahrer in der Regel zu vermeiden suchen“, ist er überzeugt. Er sprach gar von viel Wirbel um nichts, da nur rund fünf Prozent aller Lkw-Fahrten vom Durchfahrtsverbot in Stuttgart betroffen sind.