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NOTZINGEN Bei Punkt 7 der Tagesordnung hatte ...

NOTZINGEN Bei Punkt 7 der Tagesordnung hatte Notzingens Bürgermeister Flogaus während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates extra darauf hingewiesen, dass es sich dabei nicht

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IRIS HÄFNER

um einen nachträglichen Aprilscherz handelt: Satzung zur Aufhebung der Deckgebührenordnung.

Anno 1965 hatte der damalige Gemeinderat eine Satzung über die Gebührenerhebung für die Vatertierhaltung beschlossen. Darin ist zu lesen, dass die Gebühr für jeden Deckakt eines Bullen I., II. oder III. Klasse 10 DM beträgt. Für die Dienste eines Ziegenbocks war 1 DM fällig. "Werden bei Rindern Nachbedeckungen erforderlich, so sind bis zu zwei Nachbedeckungen gebührenfrei, wenn diese innerhalb von sechs Wochen nach der ersten Bedeckung erfolgen", heißt es darin weiter. Eine Gebührenschuld entstand laut dem amtlichen Schriftstück mit der Inanspruchnahme eines Vatertieres.

Doch schon im Jahre 1968 wurde die Vatertierhaltung in Notzingen aufgegeben und anstelle des Natursprungs wurde die künstliche Besamung für Kühe eingeführt. Allerdings hatten Verwaltung und Gemeinderat damals vergessen, die entsprechende Satzung aufzuheben, die somit bis ins neue Jahrtausend Gültigkeit hatte. Doch damit ist jetzt Schluss: Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Aufhebung dieser speziellen Gebührensatzung in der jüngsten Sitzung.

Auf das Versäumnis hatte das Landratsamt Esslingen die Notzinger Verwaltung aufmerksam gemacht und per Erlass mitgeteilt, dass die Satzung so sie denn nicht mehr benötigt wird aufgehoben werden muss. "Mich würde in diesem Zusammenhang nur eines interessieren: Wie kommen die da drauf? Haben die nichts anderes zu tun als in Archiven und alten Akten herumzustöbern?" konnte Günter Barz sich nicht verkneifen zu fragen. In diesem Fall nahm Jochen Flogaus die Mitarbeiter des Landratsamtes in Schutz: Im Zuge einer EDV-Umstellung entdeckte das Landratsamt diese "tierische Altlast".