Lokales

Nur Spielgeräte oder auch ein Wasserspiel?

Die Gemeinde Schlierbach plant den Bau eines Spielplatzes im neuen Baugebiet "Vor der Sommerweide". Ein Grobkonzept gibt es bereits, dem der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zustimmte. Was aber die konkrete Ausgestaltung mit Spielgeräten betrifft, gehen die Meinungen noch auseinander. Für den Bau des Spielplatzes fallen zusätzliche Kosten von etwa 30 000 Euro an.

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Im westlichen Teil des Baugebiets "Vor der Sommerweide" soll ein Kinderspielplatz entstehen. Der Schlierbacher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Grobkonzept des beauftragten Landschaftsarchitekten zugestimmt. Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern wurde die angrenzende Grünfläche zwischen Spielplatz und Bach miteinbezogen, die künftig für sportliche Aktivitäten wie Fußball oder Volleyball bereit steht und so groß wie möglich sein soll. Das gesamte Gelände wird durch Erdwälle abgegrenzt und zum Bachlauf hin, wo das Gelände abfällt, kommt aus Sicherheitsgründen ein Zaun.

Noch keine Einigkeit erzielte das Gremium bei den Detailfragen. Die Diskussion drehte sich um die Frage, ob die üblichen Spielgeräte wie Rutsche, Schaukel und Sandkasten ausreichen oder ein zusätzliches Wasserspiel nötig ist. Für die Einbeziehung des Elements Wasser machte sich besonders Jörn Feldsieper (Freie Wähler) stark. Kleinkinder ziehe es zum Wasser, meinte der Bürgervertreter, wie man am Spielplatz zum See beobachten könne. "Wenn man schon einen Spielplatz baut, sollte man nicht an der Realität vorbei planen und Geld ausgeben für Geräte, die nicht benutzt werden." Kurt Moll (CDU) könnte sich mit der Idee anfreunden, wenn dort ein Brunnen wäre. "Wir können den Leuten doch nicht sagen, sie sollen Wasser sparen und pumpen dann aus dem Leitungsnetz". Wegen der Nähe zum Bachlauf und zur Wasserfläche im angrenzenden Grünbereich sei das zusätzliche Element nicht erforderlich, meint hingegen die Verwaltung. Der Anschluss an öffentliche Leitungen würde zusätzliche Kosten verursachen, sagte Bürgermeister Paul Schmid, denn aus dem Bach dürfe man das Wasser nicht entnehmen. Gegen das Wasserspiel wollte er sich aber nicht gänzlich sperren.

Die Diskussion endete schließlich damit, dass die Planung noch einmal überarbeitet wird und die voraussichtlichen Kosten ermittelt werden. Sollte sich der Gemeinderat dafür entscheiden, müsste aus Kostengründen das eine oder andere Spielgerät wegfallen.

Nach der Zwischenabrechnung durch das Ingenieurbüro Vogelgsang liegen die Kosten für das Baugebiet derzeit bei rund 775 000 Euro. Die Restbaukosten einschließlich der Brücke über den Schlierbach belaufen sich auf rund 280 000 Euro. Zirka 30 000 Euro sind für den Spielplatz veranschlagt. Weitere Kosten in Höhe von 20 000 bis 30 000 Euro entstehen durch die Baugebietsbegrünung, die im Gegensatz zum Spielplatz in den Erschließungsbeiträgen enthalten ist.

Nach den Vorschriften des Baugesetzbuches können die Kosten für den Spielplatz nicht auf die Anwohner umgelegt werden, erklärte Schmid auf Nachfrage aus dem Gremium. Marco Emmert (CDU) wünschte noch eine genauere Aufschlüsselung der Kosten für den Spielplatz mit den Ausgaben für Planung, gärtnerische Tätigkeiten und Spielgeräte.

Der Fuß- und Feldweg auf der Südseite des Baugebiets erhält nach mehrheitlichem Beschluss des Gremiums einen Asphaltbelag. Damit sind Mehrkosten in Höhe von 4 000 Euro verbunden, die sich noch im Rahmen der bereitgestellten Mittel bewegen. Neben Unterhaltsfragen spielte bei der Entscheidung eine Rolle, dass Kinder den Weg künftig als Inliner-Strecke nutzen können.