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!O:1201F601.EP_Schauspieler haben die Eigenschaft, in Rollen schlüpfen zu können Rollen, die sie auch körperlich ausfüllen. Man denke nur an den Franzosen Gérard Depardieu in seiner für ihn fast maßgeschneiderten Rolle als Obelix, für die er ein paar Kilo zulegen durfte.

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Nun, in meine neue Rolle als Kolumnenschreiber zum Thema "PfundsFit" bin ich quasi hineingewachsen, ohne es zu merken. Ich, der Mitdreißiger, der sich jahrelang durch Schwimmen oder Radfahren auf einem akzeptablen Level von 79 bis 81 Kilo hielt was bei einer Körpergröße knapp 1,80 Metern als Normalgewicht bezeichnet werden kann sieht sich nun mit der 9 vorne auf der Waage konfrontiert ein Zustand, der nach Abhilfe geradezu schreit. Doch wie?

Nach erfolglosen Aktionen wie Kohlsuppendiät oder Trennkost, nach deren Ende der Jojo-Effekt triumphierte, erhoffe ich mir nun nachhaltigen Erfolg von der "PfundsFit"-Aktion. Das heißt für mich: mehr Bewegung und veränderte Ess- und Trinkgewohnheiten. Das fordert mehr Selbstdisziplin, sagt mein gesunder Menschenverstand.

Den inneren Schweinehund zu bekämpfen fängt damit an, der Bequemlichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Der kleine grüne Schrittzähler, sinnvoller Bestandteil des "PfundsFit-Komplettpakets", hilft dabei. Bei ein paar Probeläufen hat er interessante Ergebnisse geliefert: Ein normaler Bürotag inklusive der intensiven Nutzung des hauseigenen Aufzugs produziert rund 4000 gezählte Schritte zu wenig, wie im Abnehmbuch der AOK nachzulesen ist. An Wochenenden mit Discobesuch sind es dank meiner ausgeprägten Tanzfähigkeiten dann meist 14 000 bis 20 000 registrierte Bewegungen, was einen eigentlich optimistisch stimmen könnte. Doch der Gang ins Bett nach durchtanzter Nacht führte in der Vergangenheit meist nur über die Haltestelle Kühlschrank. Und wenn dann noch Mamas Lasagne lacht, ist der Tanz-Effekt gleich zunichte gemacht sehr zur Freude meiner Fettzellen, die sich in der so genannten Problemzone des Mannes ziemlich breit gemacht haben. Dass dem Bauch nun der Kampf angesagt wird schließlich beginnt ja in rund 60 Tagen die Freibadsaison ist Motivation genug, sich über die Ernährung und das Bewegungs- und Nichtbewegungsverhalten Gedanken zu machen.

Ab heute gilt es, meinen Alltag zu dokumentieren. Es wird Zeit, das morgendliche Croissant durch ein genauso leckeres Müsli zu ersetzen, beim Getränkeautomat die Cola-Taste zu meiden und den Aufzug links liegen zu lassen. Auch Prospekte über Hometrainer werden bereits studiert. Wenn schon Fernsehen, dann im Schweiße meines Angesichts und nicht im Bett mit der Chips-Tüte im Arm.

In den nächsten Wochen werde ich von meinen Erfahrungen mit "PfundsFit" berichten. Ich freue mich darauf.

Jörg Bächle