Lokales

Öffentliche Vorstellung geplant

Ein Gemeindepflegeheim mit 30 Pflegeplätzen wird im Schlierbacher Baugebiet "Vor der Sommerweide" an exponierter Stelle erstellt. Das planende Alexanderstift wird noch im Frühjahr die Genehmigungsunterlagen einreichen und den im Herbst beginnenden Bau Anfang 2007 fertig stellen.

JOACHIM KRUG

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SCHLIERBACH "Keine Isolierstation", so Schlierbachs Bürgermeister Paul Schmid, soll das neue Gemeindepflegeheim im Neubaugebiet "Vor der Sommerweide" werden. Ein Standort in der Ortsmitte wäre ihm zwar lieber gewesen, aber es gäbe kein geeignetes Grundstück.

Am Donnerstag, 10. März, wird das Projekt öffentlich vorgestellt. Im Neubaugebiet an der Hattenhofer Straße mit Kreisverkehr bewirke der geplante Neubau mit attraktiven Außenanlagen eine deutliche städtebauliche Aufwertung Schlierbachs.

Der Leiter des in Großerlach-Neufürstenhütte ansässigen Alexanderstifts, Diakon Günther Vossler, informierte den Gemeinderat über die Intentionen seiner Einrichtung, deren wichtigster Grundsatz "Wohnen und pflegen" lautet. Vossler ist sich sicher, dass es in Schlierbach einen rechnerischen Bedarf gäbe, da die 4000-Einwohner-Ortschaft im Mittelpunkt anderer Gemeinden, beispielsweise Hattenhofens oder Albershausens, stehe. In Zell plant das Alexanderstift, das auf die "Barmherzigenanstalt Alexander-Asyl" 1865 in Bessarabien zurück geht, ebenfalls ein Pflegeheim. Auch in Schlierbach sei für das Alexanderstift wichtig, dass sein Pflegeheim als offenes Haus mit anderen Institutionen wie betreute Wohnanlagen, Ärzten, Kirchen, aber auch mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat vernetzt sei. Getragen werde die Arbeit des Alexanderstifts von einem christlichen Leitbild.

Verwirklicht werden solle das so genannte Hausgemeinschaftskonzept mit zwei Einheiten, so genannten Wohnfamilien. Die Bewohner sollen am hauswirtschaftlichen Bereich, dem Mittelpunkt der beiden Wohnfamilien, teilhaben können. Es entstehe kein geschlossenes Haus, in dem auch mit den Bewohnern "etwas passieren" könne. Vossler rechnet mit einer 96-prozentigen Auslastung.

Mögliche Arbeitsplätze für Schlierbacher und eine Marktsättigung bei Altenwohnheimen sprach Jörn Feldsieper (FUW) an. Vossler rechnet mit 13 Voll- oder 26 Teilzeitarbeitsplätzen, im hauswirtschaftlichen Bereich seien weitere fünf Plätze denkbar. Vertragsärzte, wie von Karl Weiler (CDU) befürchtet, werde es im Pflegeheim nicht geben. Ein Überangebot an ähnlichen Heimen gäbe es im Schlierbacher Raum nicht, da die gesamte Region noch unterversorgt sei. Für "ausgequetscht" hält Vossler die Kosten für die Pflegeplätze, die derzeit je nach Pflegestufe zwischen 84 und 110 Euro/Tag lägen. Im Heim vorhanden seien auch Kurzzeitpflegeplätze und drei Tagespflegeplätze.

Karl Eisenmann vom Stuttgarter Architektenbüro ARP stellte sein bauliches Konzept vor, in dem entsprechend den Stifts-Überlegungen auf zwei Ebenen zwei Hausgemeinschaften Wohnfamilien gäbe. Die Einzelzimmer sind 17 Quadratmeter groß (plus Nasszelle). Eine Erweiterung der Einzel- auf Doppelzimmer ist nach Eisenmanns Angaben möglich. Auf jeder Etage gäbe es darüber hinaus einen Pflegearbeits- und einen Hauswirtschaftsraum. Balkone im Obergeschoss seinen nicht vorgesehen. Die Erdgeschosszimmer verfügen jeweils über eine Terrasse. Hinter den im rechten Winkel stehenden Gebäudeteilen ist auf dem fast 2 500 Quadratmeter großen Grundstück ein "attraktiver Garten", so Eisenmann, vorgesehen. Neben dem Eingang im Erdgeschoss befindet sich ein zentraler Gemeinschaftsbereich. Das Gebäude wird nur teil unterkellert. Die entsprechenden Räume dienten der Heizung und anderen Versorgungseinrichtungen. Tiefgaragenplätze sind nach Vosslers Angaben nicht vorgesehen, lediglich neun Autostellplätze im Freien beim Haupteingang fürs Personal. Architekt Eisenmann hofft, dass Schlierbacher Firmen bei der Ausschreibung zum Zuge kommen, auch wenn er EU-weit ausschreiben müsse.