Lokales

"Ökologisch und wirtschaftlich"

Beim Bericht über den Stand der Heizanlage in den "Unteren Wiesen" zeigte sich Bürgermeister Haußmann davon überzeugt, aufs richtige Pferd gesetzt zu haben: "Es hätte der aktuellen Ölpreisentwicklung nicht bedurft, um feststellen zu können, dass Heizen mit Holz nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist."

ANDREAS VOLZDETTINGEN Jochen Sokolowski, Leiter des Technischen Bereichs der Gemeinde Dettingen, informierte die Ratsmitglieder über die Holzhackschnitzelheizanlage, die im September 2006 erstmals Wärme für die Sporthalle, das Hallenbad und die neue Verbundschule liefern soll. Die Bauarbeiten beginnen schon Anfang November. Um schädliche Umweltauswirkungen zu verhindern, sei außer dem geforderten Multizyklonfilter noch ein zusätzlicher Elektrofilter geplant. Damit liege der Staubwert unter zehn Milligramm pro Normkubikmeter. Der erlaubte Grenzwert nach der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sei mit 150 Milligramm deutlich höher angesiedelt.

Anzeige

Im Notfall lässt sich die Heizanlage auch mit Öl betreiben. Jochen Sokolowski schätzt aber, dass der 35 000-Liter-Tank nicht öfter als einmal im Jahr zu befüllen ist. Die Kombination Holz/Öl sei trotz etwas höherer Emissionen aus finanziellen Gründen der Holz/Gas-Variante vorzuziehen: "Beim Gas würde allein die Bereitstellung tausend Euro im Monat kosten ob man es braucht oder nicht."

Zum Thema Erdwärme äußerte sich die Gemeindeverwaltung ebenfalls. Diese Art der Wärmegewinnung eigne sich im Dettinger Fall schon allein deswegen nicht, weil mit der Anlage auch das Hallenbad beheizt werden soll. "Da sind wegen der Legionellengefahr sehr hohe Temperaturen notwendig, das geht mit Geothermie nicht", meinte Jochen Sokolowski. Bürgermeister Rainer Haußmann ergänzte: "Die Geothermie setzt einen Neubau voraus, der fast ein Passivhaus ist. Sie bringt uns deshalb nichts."

Die mögliche Geruchsbelästigung durch die Holzhackschnitzel sieht die Verwaltung nicht als drohende Gefahr an. Die Vorräte vor Ort würden maximal für zehn Tage ausreichen, sodass kein Gärungsprozess einsetzen könne. Außerdem werde das Material ohne zusätzliche Energie permanent mit der Wärme aus der Heizanlage getrocknet.