Lokales

Öl, Gas oder Pellets?

Die marode Ölheizung im Holzmadener Kindergarten Seestraße muss dringend erneuert werden. Vorteile und Nachteile einer Umstellung auf Erdgas, die Nutzung regenerativer Energien sowie die Zukunft des Kindergartengebäudes lieferten dem Gemeinderat in jüngster Sitzung jede Menge Diskussionsstoff.

BIANCA LÜTZ

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HOLZMADEN "Die Anlage muss in den nächsten drei Jahren zwingend saniert werden", legte Ingenieur Andreas Kiefer dar, wie es um die Ölheizung im Kindergarten Seestraße steht. Mögliche Lösungen seien, die Anlage auf Erdgasbetrieb umzustellen oder die bestehende Ölheizung zu modernisieren. Gemeinderätin Susanne Singer (HBL) regte zudem die Nutzung von Holzpellets an.

Hinter dem Tagesordnungspunkt "Sanierung der Heizung" verbarg sich jedoch weit mehr als nur die Frage nach einer neuen Wärmequelle. Bevor der Gemeinderat endgültig über Art und Dimension der Heizung entscheiden kann, muss zunächst die Zukunft des Kindergartengebäudes in der Seestraße geklärt werden. "Wir müssen überlegen, ob wir die Sanierung in großem oder kleinem Rahmen angehen", sagte Bürgermeister Jürgen Riehle und griff einen Ansatz wieder auf, der bereits vor Jahren in der Diskussion war: den Kindergarten aufzustocken und dadurch Wohnraum zu schaffen.

Diese Option stieß bei den Bürgervertretern jedoch auf wenig Gegenliebe. "Die Aufstockung ist in meinen Augen nicht sinnvoll", sagte Jörg Molter (HBL). Für den begrenzten Wohnraum seien die Kosten zu hoch. Auch Rolf Hauff (FWV) sprach sich gegen einen Ausbau des Kindergartens aus. Für einen finanziellen Aufwand in dieser Größenordnung sollte die Gemeinde "lieber die Boller Straße realisieren" und im Kindergarten nur den minimalen Bedarf abdecken.

Skepsis gab es auch im Hinblick darauf, den Kindergarten Seestraße künftig mit Erdgas zu beheizen. Michael Thiehoff (HBL) erinnerte daran, dass die Gaspreise in letzter Zeit überproportional angestiegen seien, und Jörg Molter riet davon ab, sich zu sehr von der EnBW abhängig zu machen. Bürgermeister Riehle und Ingenieur Kiefer dagegen wiesen darauf hin, dass Erdgas umweltfreundlicher sei als Öl. Rainer Stephan (HBL) warnte vor einem "Schnellschuss" und sprach sich dafür aus, größere Maßnahmen am Kindergarten hinauszuzögern.

Um eine handfeste Grundlage für weitere Diskussionen und Vergleiche zu schaffen, sollen nun die Kosten der verschiedenen Energieträger Gas, Öl und Holzpellets genau kalkuliert und geprüft werden.