Lokales

Ölgemälde und Aquarelle

Ausstellung mit Arbeiten der Künstlerin Vera Stütz-Neumann in der Raiba

Owen. Über einhundert Bilder, Ölgemälde, Aquarelle und Pastelle, hat die Kircheimer Künstlerin Vera Stütz-Neumann derzeit in ihrer Ausstellung in der Raiffeisenbank Owen versammelt. Eine Opulenz an Farbe

Florian Stegmaier

und Form, aus der Landschaften – heimisch vertraute Ansichten korrespondieren mit Motiven aus Norddeutschland und Skandinavien – und die unerschöpfliche Vielfalt der Blumen als charakteristische Bildwelten hervortreten.

Dass Vera Stütz-Neumann dabei nicht an harmloser Gefälligkeit, an einem unverbindlichen Begriff von „Schönheit“ geschweige denn an „zeit­geistiger“ Anbiederung gelegen ist, wird beim Gang durch die Ausstellung schnell klar. In ihrer Kunst versucht sie, dem Wesen der Dinge nahezukommen, Geistiges zu erfassen und ihm einen Ausdruck zu verleihen.

Intensive Beobachtung und ein innerer Dialog mit der Natur sind dafür notwendig. So werden am norddeutschen Himmel gesehene Wolken nicht als bloße meteorologische Phänomene betrachtet, sondern vielmehr als Repräsentanten einer Metamorphose erlebt und in Form dynamisch verdichteter Wirbel, strotzend vor organischer Kraft, ins Bild gebracht.

Ebenfalls mit Pastellkreiden hat sich Vera Stütz-Neumann der Landgewinnung im Holsteinischen Wattenmeer gewidmet. Malerisch versunken, mit leichtem Hauch von Grün liegt das Marschland bei Ebbe da, Himmel und Erde scheinen ineinander zu fließen.

Auch der Topografie des Albtraufs liegt eine Rhythmik und Musikalität inne, von der sich Künstler immer wieder inspiriert zeigten. Burg und Berg Teck, ein Motiv, das in der Ausstellung mehrfach vertreten ist, wurden von Vera Stütz-Neumann als von Kirchheim her gesehenes Panorama umgesetzt. Ein ähnlicher Anblick muss einst Gustav Schwab vor Augen gehabt haben, als er den Nordrand der Schwäbische Alb erwanderte und die ihn berührende landschaftliche Gestalt als „Amphitheater“ beschrieb.

Nicht der Formatgröße nach, sondern ihrer Intensität wegen, können zwei Aquarelle mit Verweis auf die Johannes-Passion von Bach als Kulminationspunkt der Ausstellung erlebt werden. Von konkreter Gegenständlichkeit befreit, somit ganz der Innenwelt zugewandt, geben beide Bilder mit einer teils liturgischen Farbigkeit das Geschehen von Tod und Auferstehung wieder. Im Kontext der gesamten Werkschau ist dies mehr als ein Bekenntnis persönlich empfundener Religiosität, eher ein menschlich umfassendes „Stirb und Werde“ im Goetheschen Sinn.

Die Ausstellung „Vera Stütz-Neumann – Malerei“ kann in der Owener Raiffeisenbank bis Freitag, 16. Januar, besucht werden. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 8.30 bis 12.15 Uhr. Montags, dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Am Mittwochnachmittag bleibt die Ausstellung geschlossen.

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