Lokales

Offenes und transparentes Pflegeheim

Der Bebauungsplanentwurf "Ortsmitte Unterlenningen" fand bei zwei Gegenstimmen den mehrheitlichen Zuspruch des Lenninger Gemeinderates. Die Planung des Pflegeheims in diesem Bereich wurde einstimmig während der jüngsten Sitzung anerkannt.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Beim Bebauungsplan "Ortsmitte Unterlenningen" werden die Randbereiche als Mischbaufläche ausgewiesen, weshalb auch kleinere Betriebe dort entstehen könnten, der Innenbereich wird allgemeine Wohnfläche. Die Bushaltestelle bleibt an ihrem ursprünglichen Standort nahe des Kurve. Dadurch gibt es vor dem geplanten Pflegeheim Platz für Besucherparkplätze direkt entlang der Hauptstraße. Ursprünglich war angedacht, dem verdolten Bach wieder sein natürliches Bett zu geben, doch dies wurde von den Städteplanern rasch verworfen. "Dagegen spricht zum einen die Nähe zum Kindergarten, zum anderen müssten wir einen tiefen Graben ziehen", erläuterte Städteplanerin Catharina Lagemann. Zudem bräuchte es noch Gewässerrandstreifen.

Keine Durchfahrt ist auch nach der Umsetzung im Schulgarten möglich. Zwar ist von der Brunnenstraße ein Abbiegen vor der Bahnlinie bis zu einer Art Wendeplatte nach der Turnhalle möglich, ein Weiterkommen bis zur Schule verhindert jedoch eine Sperre. Die Anfahrt der Gebäude gegenüber der Schule ist in einer schmalen Stichstraße von der Engelhofstraße her möglich. "Dies war so von Anfang an vorgesehen, um die Sicherheit für die Kindergarten- und Schulkinder zu erhöhen", sagte Catharina Lagemann.

Als bei zwei Gegenstimmen der Bebauungsplan "Ortsmitte Unterlenningen" beschlossen war, wurde die Planung des Pflegeheims vorgestellt. Die Evangelische Heimstiftung hat das Gelände, das direkt an die Kirchheimer Straße grenzt, im September vergangenen Jahres gekauft. Der Architekt stellte die Planung dem Gemeinderat vor. Das Gebäude ist U-förmig angelegt und mit seiner zweigeschossigen Bauweise relativ niedrig. 37 Pflegeplätze werden entstehen, die um eine "grüne Mitte" angelegt sind. Ein Nebeneinander der Generationen ist gewünscht, was sich allein schon aus der unmittelbaren Nachbarschaft zum Kindergarten ergibt.

Es soll ein offenes Haus werden, was sich auch in der transparenten Architektur widerspiegelt. Geplant ist auch ein Mehrzweckraum, in dem beispielweise auch ein Kindergeburtstag gefeiert werden kann oder die Sitzung eines Vereins stattfindet. Hauptsächlich wird es Einzelzimmer geben, aber auch vier Doppelzimmer. Elf Stellplätze sind rund um das Gebäude möglich, wobei die fünf oder sechs Mitarbeiter nicht unbedingt ihre Autos dort parken dürfen. Der Garten soll eine besondere Atmosphäre erhalten, eine Terrasse lockt bei sommerlichem Wetter Bewohner und Gäste ins Freie.

Als eine gelungene Angelegenheit bezeichnete Lenningens Bürgermeister Schlecht die Planung. Ihn freut, dass kein Rießenblock in der Unterlenninger Ortsmitte entsteht. Auch Georg Zwingmann gefällt das Konzept. "Das Haus wird transparent und durchschaubar. Es ist schön, dass man die Bewohner nicht unsichtbar machen möchte", lobte er. Inge Kodera lag am Herzen, dass sich die Bewohner im Haus begegnen können. Dies ist laut Aussage des Architekten in den breiten Tageslichtfluren problemlos möglich, zudem gibt es auch eine Sitzecke. Das Haus sei überschaubar und auch der Grundriss habe wenig mit Krankenhausfluren gemein.

Für Michael Schlecht ist die integrierte Tagespflege, die in diesem Haus untergebracht wird, ein wichtiger Punkt. "Ich hoffe, dass er auch angenommen wird", erklärte der Schultes.