Lokales

Ohmden hat „St. Pankrazer Weg“

Partnerschaftsbesuch der Musikkapelle aus Südtirol war ein voller Erfolg

Kürzlich fand in Ohmden das Partnerschaftstreffen der Musikkapelle Sankt Pankraz und des Musikvereins Ohmden statt. Diese Freundschaft besteht nunmehr seit 40 Jahren.

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Ohmden. Als die Musikkapelle Sankt Pankraz aus dem Ultental bei Meran in Ohmden eintraf, war der Himmel noch bedeckt. Doch mit dem Begrüßungsständchen der Stammkapelle konnten nicht nur die Pankrazer Gäste, sondern auch die Sonne am Musikerhäusle begrüßt werden. Und diese lockte pünktlich zur Fest-Eröffnung des traditionellen Maifests in Ohmden die ersten Besucher an. Schnell herrschte reger Betrieb, und der Musikverein Bad Urach, der den Vormittag musikalisch untermalte, hatte rasch großes Publikum. Später wurde er von der Ohmdener Jugendkapelle abgelöst. Auch der Nachwuchs unter der musikalischen Leitung von Therese Bezler erntete viel Beifall.

Am Nachmittag nahmen die Musiker der Musikkapelle Sankt Pankraz in ihrer schönen Südtiroler Tracht auf der Bühne Platz. Dort gab es eine Überraschung. Vor der Bühne wurde ein hoher Gegenstand – verhüllt von einem Leintuch – aufgestellt. Nach einer kurzen Ansprache durch Ohmdens Bürgermeister Manfred Merkle und dem Vorsitzenden Helmut Rösch wurde unter großem Applaus der Gäste ein Straßenschild enthüllt. Der Weg, an dem das Musikerhäusle steht, heißt nun offiziell „St. Pankrazer Weg“. Auf Initiative des Musikvereins hatte der Ohmdener Gemeinderat einstimmig diese Namensgebung beschlossen.

Am zweiten Tag des Südtiroler Besuchs ging es zum gemeinsamen Ausflug nach Esslingen. Während der geführten Tour erfuhren die Gäste Interessantes über die Historie der Stadt. Einige Gewohnheiten aus früheren Zeiten sorgten für besonders großes Gelächter. So war das Zuprosten – damals „viehisches Anstoßen“ genannt – gesetzlich verboten. Abends brachte Alleinunterhalter Martin Ziller die Gäste in Stimmung.

Beim offiziellen Teil berichteten die Vorsitzenden beider Vereine, Valentin Staffler und Helmut Rösch, von der nun seit 40 Jahren bestehenden Partnerschaft. Sie wurde einst vom ehemaligen Vorsitzenden des Ohmdener Musikvereins Günter Elflein initiiert, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht anwesend sein konnte. Dass man sich nach so langer Zeit und nach 26 gegenseitigen Besuchen gut kennt, war an den Geschenken zu erkennen. Zunächst übergab Helmut Rösch das Geschenk des Musikvereins Ohmden: Ein großes Weißbierglas, in das das Partnerschaftslogo der Vereine sowie das Musikerhäusle mit dem „St. Pankrazer Weg“ eingraviert wurde.

Großes Gelächter gab es, als Valentin Staffler von der Pankrazer Musikkapelle eine Magnumflasche Wein überreichte, in die auch die Wappen eingraviert waren. Zum Dank für die Verdienste um die Partnerschaft wurden Helmut Rösch und Rainer Nachtmann mit der goldenen Vereinsnadel der Musikkapelle Sankt Pankraz ausgezeichnet.

Bis in die frühen Morgenstunden wurde gemeinsam gefeiert. Und auch hier zeigte sich, dass Gäste und Gastgeber sich großartig verstanden. Bei einigen „Formationstänzen“ standen die Südtiroler den Einheimischen in nichts nach. Aber auch die „Tiroler Standardtänze“ funktionierten prima, nachdem die Ohmdener einen Crashkurs in „Polka“ und dem „Bayerischen“ bekommen hatten. Selbst schmerzende Füße waren kein Grund zum Aufhören. Kurzerhand flogen die Schuhe unter den Tisch und weiter ging es.

Leider fuhr am nächsten Morgen um 10 Uhr der Bus bereits wieder in Richtung Sankt Pankraz – natürlich nicht, ohne dass man vorher ein Wiedersehen in Südtirol im Jahr 2011 ausgemacht hatte. Eine ausführliche Fotonachlese ist auf der Homepage des Musikverein Ohmden unter www.ohmdener-blasmusik.de zu finden. hs