Lokales

Ohmden tritt Genossenschaft bei

Unterstützung von Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden

Die Gemeinde Ohmden wird Mitglied in der Bürgerenergiegenossenschaft Weilheim. Damit möchte die Kommune ein Zeichen in Richtung Ökologie setzen.

Anke Kirsammer

Ohmden. Fünf Anteile in Höhe von insgesamt 500 Euro will die Gemeinde Ohmden bei der Bürgerenergiegenossenschaft Weilheim zeichnen. Bereits in der letzten Sitzung vor drei Wochen hatte das Ratsgremium der Genossenschaft grünes Licht dazu erteilt, auf dem Dach des Feuerwehrhauses gegen einen geringen Obolus eine Fotovoltaikanlage zu ins­tallieren.

Die Stadt Weilheim beteiligt sich ebenfalls mit 500 Euro an der Bürgerenergiegenossenschaft, die Nachbargemeinde Holzmaden sogar mit 2 000 Euro. „Ich würde mich freuen, wenn Ohmden Vorreiter wäre, und wir auch etwas mehr Geld reingeben würden, wenn es aufgrund der finanziellen Situation machbar wäre“, sagte Gemeinderat Roland Greiner. „Geld legt man an, wenn man genug hat“, meinte demgegenüber Dr. Martin Kaimer. Wie Manfred Merkle darlegte, ist die Deckungslücke im Verwaltungshaushalt nach den ersten vier Monaten des Jahres nicht ganz so hoch wie befürchtet. „Das ist aber noch lange kein Grund, in Freude auszubrechen. Dafür haben wir noch zu viele Baustellen.“ Zudem sei die Bürgerenergiegenossenschaft, wie in der vergangenen Sitzung gehört, derzeit nicht auf weiteres Geld angewiesen. Dr. Klaus Dolde ging es ebenfalls mehr um den symbolischen Charakter: „Wir können nicht an der Schule und anderswo, wo es uns weh getan hat, streichen, und hier viel Geld ausgeben.“ Einstimmig beschloss das Gremium die außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 500 Euro.

Ähnlich entwickelte sich die Diskussion in der Frage Ökostrom ja oder nein. In der April-Sitzung war das Thema Bündelausschreibung auf den Tisch gekommen. Insbesondere Roland Greiner hatte dafür plädiert, als Gemeinde ein Zeichen zu setzen und nach dem Vorbild anderer Kommunen wie Weilheim und Holzmaden mehr als bisher beziehungsweise ganz auf Ökostrom zu setzen. Jetzt befasste sich das Gremium eingehender mit der Thematik. „Aufgrund der Haushaltslage habe ich beschlossen, wir beteiligen uns wie seither an der Bündelausschreibung“, erklärte Manfred Merkle dazu. Strom aus erneuerbaren Energien koste pro Kilowattstunde immerhin 0,5 Cent mehr als herkömmlicher Strom. Auch der Mitarbeiter der Weilheimer Stadtkämmerei, Michael Nagel, warnte davor, den Geldhahn aufzudrehen. „Sie wissen, dass der Verwaltungshaushalt äußerst ertragsschwach ist, und er bis 2013 nicht ausgeglichen werden kann. Solche Ausgaben sind kontraproduktiv, weil sie das Defizit nur noch erhöhen.“

Einmütig sprach sich der Ohmdener Gemeinderat schließlich dafür aus, vor der nächsten Bündelausschreibung in zwei Jahren erneut zu prüfen, ob der Bezug von Ökostrom finanzierbar ist.

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