Lokales

Ohmdener Gremium will mehr Informationen

Seit 1999 ist der Geh- und Radweg zwischen Holzmaden und Ohmden ein Thema im Gemeinderat. Auch in der jüngsten Sitzung beschäftigte man sich damit, aber das Gremium sah noch Informationsbedarf.

RUDOLF STÄBLER

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OHMDEN Vom Weilheimer Ingenieur- und Vermessungsbüro Hans Lamparter wurden in der Sitzung verschiedene Planvarianten zum Ausbau vorgestellt. Von der Planung her gibt es auf der Markung Holzmaden keine Probleme mehr, da hier ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt. Für das wesentlich größere Teilstück auf der Gemarkung Ohmden gilt dies nicht. So wurde in Gesprächen mit dem Landratsamt festgelegt, dass für die Gemeinde ein vereinfachtes Anhörungsverfahren mit den Beteiligten, Landratsamt, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Bodenschutz, Kreisstraßenverwaltung sowie dem Forstamt erforderlich ist. Zur endgültigen Genehmigung sollten neben den Bauplänen eine Eingriffs-, Ausgleichsbewertung und ein Maßnahmenplan für den Naturschutz vorgelegt werden.

Bei der Beschreibung der verschiedenen Trassenmöglichkeiten stellte sich recht schnell die so genannte Variante 2 "HL-unten" als Favorit heraus. Nach den Untersuchungen des Büros Lamparter kann eine treppenfreie Lösung nur entlang der Kreisstraße vorgesehen werden. Ein Hauptkriterium gegen die Anlage eines Radweges entlang der Kreisstraße war die Einschnittslage der K 1202 und der für diese Lösung erforderliche Erdaushub und dessen Abfuhr. Ein weiterer Grund ist die Steigung von über 18%, welche für die Ausweisung eines Radweges ein gewisses Gefahrenpotenzial darstellt. Wenn ein Radweg bei diesem Gefälle nach der StVO ausgewiesen und beschildert werden soll, ist eine deutliche Abtrennung zwischen Fußgänger- und Radfahrbereich durch Markierung und Piktogramme erforderlich. Aufgrund des enormen Gefälles kann es aber trotzdem zu Kollisionen kommen.

Noch besser wäre daher nach der Meinung des Planungsbüros ein weiterer Grünstreifen zwischen Geh- und Radverkehr, welcher aber mit Mehrbreit und damit auch mit Mehrkosten verbunden ist. Als Kompromiss zwischen Sicherheit und Kosten wurde vorgeschlagen, den Weg mit einer Breite von 2,5 Meter anzulegen. Aufgrund des Gefälles wird vorgeschlagen, dem Fußgänger mit der Beschilderung als Gehweg und Zusatzzeichen "Radfahrer frei" den Vorrang zu geben. Das bedeutet für den Radfahrer, dass er auf dem Weg fahren darf, sich jedoch dem Fußgänger unterodnen muss. Diese Beschilderung ist für sportliche Radfahrer nicht bindend, diese können auch weiterhin noch auf der Kreisstraße fahren.

Als Abgrenzung zur Fahrbahn sollte nach Vorschlag der Planer ein ein Meter breites Grünbankett mit Heckenpflanzung im Anschluss an den bestehenden Winkelstein vorgesehen werden. Für diese Variante ergebe sich zudem ein Vorteil beim Winterdienst. Da keine Treppen vorhanden sind, kann die Strecke mit einem Gehwegräumgerät maschinell freigeräumt werden. Nach dieser Variante würden sich die Gesamtkosten für Steil- und Waldstrecke auf rund 128 000 Euro belaufen.

Endgültig festlegen wollte sich schließlich das Gremium nicht. So soll das Planungsbüro zunächst noch mit dem Straßenbauamt verhandeln, welche Sicherungsmöglichkeiten (größerer Abstand zur Straße) eingebaut werden können. Ermittelt werden sollen auch die Kosten einer eventuellen Beleuchtung und wegen einer eventuellen Möglichkeit die Kosten zu senken, ist ein Gespräch mit dem zuständigen Förster ins Auge gefasst. Einstimmig wurde auch festgelegt, dass vor einer endgültigen Entscheidung nochmals ein Ortstermin mit Gemeinderat und Behörden anberaumt werden soll.