Lokales

Ohne Mädchen keine Tore

Mädchen können nicht nur Tore schießen, sie müssen es sogar sonst zählen alle anderen Treffer nicht. Das ist eine der zentralen Regeln beim "Straßenfußball für Toleranz". Dass sie tatsächlich funktioniert, konnten die Zuschauer auf dem Wernauer Stadtplatz beobachten, wo das Jugendhaus Kiwi mit dem Kreisjugendring und dem Landessportverband ein Turnier ausrichtete.

KARIN AIT ATMANE

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WERNAU Wer Mädchen links liegen lässt, hat keine Chance. Die Teamkollegen haben es begriffen: Sie positionieren ihre Mitspielerinnen gut, geben ihnen schöne Vorlagen und jubeln, wenn der Ball dann ins Netz fliegt. Das gelingt tatsächlich so gut wie immer kaum ein Spiel ohne Mädchentor, stellen die Zuschauer verblüfft fest. Vier Mannschaften von der Hauptschule und eine von der Realschule kicken mitten auf dem Wernauer Stadtplatz.

Mit drei Turnieren nach Hochdorf und Wernau folgt Anfang Oktober noch Nürtingen will der Kreisjugendring den Straßenfußball publik machen. Fair Play steht dabei im Vordergrund und bringt ebenso Punkte wie das Spielergebnis. Drei weitere Regeln handeln die sich begegnenden Teams jeweils aus. Die Orangenen und die Weißen haben sich zum Beispiel auf "Nicht an die Bande drücken!" geeinigt und darauf, dass Mädchen besonders fair behandelt werden sollen. Nach dem Spiel schätzen sie selbst ein, wie viel Fairness-Punkte jedes Team verdient. Auch hier findet sich meist recht schnell ein Konsens; stundenlange Debatten bleiben zumindest an diesem Nachmittag aus. "Die müssen sich ja einigen", sagt Projektbetreuerin Alexa von Schwichow vom KJR. Aus ihrer Sicht ist der Fußball nur Mittel zum Zweck: Eigentlich geht es um soziales Lernen, Begegnung, demokratisches Verhalten und noch viel mehr. Nicht nur Jugendliche verschiedener Schularten treffen aufeinander, sondern auch Lehrer, Eltern, Schüler und die Jugendsachbearbeiter der Polizei, die mit einem Stand vertreten sind: "Da ergeben sich ganz viele Anknüpfungspunkte."

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