Lokales

Ohne nasse Füße kein Überleben

Torfmoor-Stiftung setzt weiter auf Pflege und Vernässung des Schutzgebiets

Das Schopflocher Torfmoor, einziges Hochmoor auf der Schwäbischen Alb, soll auch in diesem Jahr seine nassen Füße behalten. Nach der Erweiterung des sensiblen Naturschutzgebietes fasst die Torfmoor-Schopfloch- Stiftung weitere Arbeiten ins Auge, damit dem Kleinod nicht das Wasser davonläuft.

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richard umstadt

Lenningen. Liefe dem jetzt rund 77 Hektar großen Naturschutzgebiet Schopflocher Torfmoor, das als einzigartiges Hochmoor wie ein umgedrehter Teller hinterm Otto-Hoffmeister-Haus liegt, das Wasser nach allen Seiten davon, so bedeutete dies das „Aus“ für die feuchtigkeitsliebende Vegetation und Fauna. Deshalb setzte das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb mit zahlreichen Helfern seit Jahren Spundwände in die Gräben, um das lebenswichtige Nass zu stauen und zu speichern. Bisher mit gutem Erfolg. Die Moorflora gedieh in den wiedervernässten Gebieten prächtig.

Diese Maßnahmen will das Naturschutzzentrum auch in diesem und dem nächsten Jahr fortsetzen, begleitet durch hydrogeologische und vegetationskundliche Untersuchungen, wie der Leiter des Zent­rums, Dr. Wolfgang Wohnhas in der jüngsten Vorstandssitzung der Torfmoor-Stiftung in Lenningen berichtete. Darüber hinaus soll es auch 2008 und 2009 wie in den vergangenen Jahren Landschaftspflegetage im Moor und auf den Riedwiesen geben. Der letzte war übrigens Mitte Oktober 2007, in dessen Rahmen der damalige Regierungspräsident Dr. Udo Andriof die Schutzgebietserweiterung unterzeichnete.

Für den Vorsitzenden der Stiftung, Ehrengauobmann Heinz Dangel, erfüllte sich damit ein Herzenswunsch. Seit 1981 hatte er persönlich für die Stiftung und den Schwäbischen Albverein 22 Kaufverträge abgeschlossen, um die Einmaligkeit des Torfmoors zu erhalten. Dangel, der in Ochsenwang, nicht weit entfernt vom Torfmoor lebt, kennt dessen Anfälligkeit und weiß, wie nachhaltig das empfindliche Kleinod durch Dünger­eintrag immer wieder gestört wurde. Diese Gefahr ist durch die Ausweitung des Schutzgebiets und die sanfte landwirtschaftliche Nutzung kaum noch gegeben. Doch dafür musste der engagierte Ochsenwanger so manchen Strauß ausfechten – auch mit landwirtschaftlichen Behörden. Ein Bauer glaubte gar, die Froschwiesen seien seinen Kühen abträglich. Inzwischen aber ist das Torfmoor in gutem Fahrwasser und Naturschutzzentrum und Landwirte arbeiten zu beiderseitigem Nutzen zusammen. Nicht zuletzt deshalb nahm der Stiftungsvorstand eine Satzungsänderung vor: Künftig wird der jeweilige Geschäftsführer beziehungsweise Leiter des Zentrums ordentliches Vorstandsmitglied sein.