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"Oldie but Goldie"

KIRCHHEIM Mit seinen 39 Jahren ist Paul Howard nicht nur der älteste Spieler der Knights, er zählt

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THOMAS AUERBACH

gleichzeitig zu den ältesten noch aktiven Spielern im deutschen Profibasketball. "Christkind" Paul wurde am 24. Dezember in England geboren, zog aber im Alter von zwei Jahren mit seiner Mutter nach Brooklyn, New York, wo er aufwuchs. Dort fing er mit acht Jahren an, Basketball zu spielen. Schon als Kind faszinierten ihn die Profiteams der NBA im Fernsehen. Einmal dort zu spielen war ein Traum, den viele Jungen in den USA träumen. Aus dem Traum wurde in Howards 31-jähriger Basketball-Karriere zwar nichts, dafür entwickelte er sich in seinem Sport als wahrer Weltenbummler. Für die London Towers war Paul Howard in der ersten englischen Liga am Ball, es folgten Stationen in Schweden, Holland und Belgien. In Deutschland punktete er für den TV Langen, die Hamburg Tigers, in Münster, Paderborn, Ehingen, Kaiserslautern, Mainz und natürlich in Kirchheim.

Das Basketballgeschäft in Deutschland kennt Howard inzwischen wie kaum ein anderer. Seine Erfahrung gibt er an jüngere Spieler bereitwillig weiter. "Wenn ein junger Spieler einen Fehler begeht, dann versuche ich ihm zu erklären, wie er es besser machen kann", sagt er. Gelegenheit dazu hat er als Trainer der Kirchheimer U20-Mannschaft, die er zweimal die Woche trainiert. Bei den Knights bezeichnet er sich selbst als "Energiefaktor", der jeweils das zum Spiel beiträgt, was gerade benötigt wird. Sein Trainer meint: "Paul ist ein sehr vielseitiger Spieler. Er kann ein Spiel durch seine Erfahrung drehen und die Mannschaft in jedem Training zu Höchstleistungen motivieren." Der Aufstieg mit den Kirchheimern in die Pro A ist für ihn das große Ziel. "Man hat nicht oft die Chance, für eine Meisterschaftsmannschaft zu spielen. Wir müssen diese Chance nutzen." Er ist überzeugt: "Wenn wir alle gesund bleiben und unser volles Potenzial abrufen können, dann sind wir nur schwer zu schlagen."

Seine Zukunft sieht der 39-Jährige ebenfalls im Sport: "Ich würde noch gerne ein oder zwei Jahre Basketball spielen und dann auf die Trainerbank wechseln." Für seine Teamkollegen wäre dies kein Problem. "Paul ist super fit für sein Alter. Er kann noch locker zwei Jahre auf diesem Niveau spielen", meint Knights-Center Andreas Hornig. Der sympathische Brite und Frauenschwarm fühlt sich in Kirchheim jedenfalls wohl und hat hier bereits viele neue Freunde gefunden. Vielleicht hat er nach den zahlreichen Stationen seiner Karriere mit Kirchheim ja den Ort gefunden, an dem er sesshaft werden kann.