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Olympionike von der Alb

Daniel Bohnacker aus Westerheim tritt beim Skicross in Sotschi an

Daniel Bohnackers Freunde aus Westerheim drücken dem Sportler die Daumen. Foto: Margit Weber
Daniel Bohnackers Freunde aus Westerheim drücken dem Sportler die Daumen. Foto: Margit Weber

In Westerheim steigt das Olympiafieber. Mit Daniel Bohnacker kämpft einer der ihren um olympische Ehren. Wie sich der Skicrosser schlägt, ist am Donnerstag, 20. Februar, sogar bei einem Public Viewing zu sehen.

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MARGIT WEBER

Westerheim. Daniel Bohnacker vom SC Gerhausen startet in Sotschi als Skicrosser. Der junge Mann ist nicht nur Hoffnungsträger Deutschlands, sondern auch der seiner Heimatgemeinde Westerheim. Dort geht das Bohnacker-Fieber um. Im ganzen Ort hängen Plakate mit dem Konterfei des Sportlers. Die „Biegelzieher“ vom Westerheimer Skilift Halde haben mitten im Dorf ihre Flagge für ihn aufgehängt. Pünktlich zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele kamen die neuen Banner noch in Westerheim an. Die Bauhofmitarbeiter Josef Weber, Linus Rauschmaier und Wolfgang Bayer haben an allen Ortseingängen eines platziert.

„Das Rathaus ist im Sotchi-Fieber und wir sind alle stolz auf Daniel Bohnacker“, so Bürgermeister Hartmut Walz. Einen Olympiateilnehmer habe schließlich nicht jeder Ort vorzuweisen. Egal, wie das Rennen ausgehe – allein die Teilnahme an den Spielen in Sotschi sei ein Erfolg, ist sich Hartmut Walz mit den Bewohnern einig.

Am Westerheimer Skilift Halde begann Daniel mit seinem Vater Hartmut einst sein Training. Franz Bek, Betreiber des Skilifts, erinnert sich: „Sein Vater kam zu mir und fragte, ob er an der Seite der Piste Slalomstöcke für Daniel zum Training aufstellen dürfe“. Als kleiner Bub mit fünf oder sechs Jahren trainierte ihn hier sein Vater, der sein Entdecker, Trainer, Mentor und Förderer ist. Die Familie steht und stand immer hinter ihm, wobei sein Vater dennoch klar sagt: „Daniel selbst hat sich alles erarbeitet. Als drittes Kind musste er gegen seine zwei größeren Brüder ankämpfen – vielleicht kam ihm das auch zugute.“

Für die Familie Bohnacker ist derzeit wohl nichts so wie es mal war. Dass so viele Menschen mit ihrem Sohn mitfiebern, bewegt die Familie. Am Tag des Rennens wird Hartmut Bohnacker beim SC Gerhausen sein, sein Sohn Tobias in Westerheim. Mutter Doris weiß indessen noch nicht, wo sie diesen nervenaufreibenden Tag verbringen wird.

Am Tag nach dem Rennen wird Daniel Bohnacker übrigens 24 Jahre alt – Grund zu feiern hat er in Sotschi also in jedem Fall.

Die Idee, ein Public Viewing zu veranstalten, stammt von Michael Kneer – Freund der Familie Bohnacker. Auch die Gemeinde wurde mit ins Boot geholt. Die öffentliche Live-Übertragung aus Sotchi findet am Donnerstag, 20. Februar, in der Westerheimer Albhalle statt. Beginn ist um 8.30 Uhr mit einem Vorprogramm von Daniel Bohnackers Bruder Tobias. Von 10.30 Uhr an wird der Skicrosswettbewerb übertragen, bei dem das Westerheimer Talent zu sehen ist.

Schulen und Kindergärten wurden offiziell von der Gemeindeverwaltung eingeladen, zum Public Viewing vorbeizuschauen.