Lokales

"Open-Air-Kinos sind Kult-Events"

KIRCHHEIM Die letzten Vorbereitungen für das 3. Sommernachtskino in Kirchheim laufen auf Hochtouren. Das Freiluftereignis geht vom 24. August bis 4. September auf dem Martinskirchplatz über die historische Altstadtbühne. Der Teckbote interviewte dazu die Veranstalter, Reimund Fischer von "EmBW : Die Fachagentur" und Joachim Borkowski von "2 oscars".

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RICHARD UMSTADT

EmBW: Die Fachagentur und 2 oscars veranstalten das 3. Sommernachtskino in Kirchheim. Wer verbirgt sich hinter EmBW und 2 oscars, wie lange gibt es die Firmen bereits und auf welchen Gebieten sind sie aktiv?

Fischer: EmBW steht für eine Eventmanagement-Agentur in Baden-Württemberg und berät den Mittelstand in den Bereichen des Medien- und Event-Marketing. Mit dem Ziel, firmen- oder produktbezogene Kommunikationsinhalte erlebnisorientiert zu vermitteln. Wir helfen den Unternehmen dabei, ihre Botschaft durch eine zielorientierte, systematische Planung, konzeptionelle und organisatorische Vorbereitung, Realisierung sowie begleitende Erfolgskontrollen klar zu formulieren, und schaffen somit einzigartige Erlebniswelten für ihre Zielgruppe. Das reicht von Ski-Incentives-Reisen wir besitzen eine eigene Skischule, die sich spezialisiert haben auf Buckelpisten- und Tiefschneekurse und über Publicevents, das sind ausgerichtete Veranstaltungen unter Verwendung von Elementen aus den Bereichen Kultur, Sport und Abenteuer, dem wiederum Endkonsumenten, Meinungsführer und Medienvertreter als Multiplikatoren im Mittelpunkt gegenüber stehen. Darüber führen wir Sponsoringaktivitäten und Promotionaktion für Unternehmen durch. Der Imagegewinn, den ein attraktives lokales (Kultur- oder Sport-) Event, das von einem oder mehreren regionalen Unternehmen in Kooperation gesponsert und nur damit verwirklicht werden kann, ist nicht in Zahlen messbar, aber er steht außer Frage.

Wie groß ist das jeweilige Team?

Borkowski: Über die Sommermonate sechs Mann Kinotechnik (Bild und Ton) zuzüglich fünf Mann für Strom und Lichttechnik der Firma Clemens Mildner Bühnenbeleuchtung.

Sie sind beide unter anderem in Heilbronn tätig. Durch wen sind Sie nach Kirchheim gekommen?

Fischer: Nun, ich selbst kenne Kirchheim von früher als ich noch in der Landesliga für den VfL Judo-Club gekämpft habe. Somit lernte ich durch meine Lebensgefährtin, Petra Pfitzer und deren Judo-Familie aus Weilheim, die Stadt Kirchheim mit all ihren wunderschönen Vorzügen schätzen.

Borkowski: 2 oscars ist über die sich inzwischen in Insolvenz befindliche Firma Alfred Speiser Kinobetriebs GmbH nach Kirchheim gekommen. Für Alfred Speiser haben wir die ersten beiden Open-Air-Kinos in Kirchheim technisch realisiert.

Wo veranstalten Sie sonst noch Freiluftkinos?

Borkowski: In Ludwigsburg, Fellbach, Calw und Mosbach. In Herrenberg sind wir noch als Veranstalter und gleichzeitiger Lieferant der Technik tätig. Insgesamt sind es etwa 15 Open-Air-Kino-Veranstaltungen nur in den Monaten Juli, August. Wir sind mit 10 000 Stühlen bei maximal fünf gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen als Lieferant und Verleiher des benötigten technischen Equipments dabei.

Sie haben große Erfahrung mit Open-Air-Kinos? Kann man solche Veranstaltungen vom Wetter unabhängig machen, ohne dass die spezielle Atmosphäre verloren geht?

Fischer: Ein Jahrhundertsommer wie es im Jahre 2003 war ist natürlich durchaus Open-Air-freundlicher und bedeutet aus dem Blickwinkel eines Veranstalters Planungs- und Investitionssicherheit. Open-Air-Kinos, die durch ihre Art und Charakteristik zum Kult-Event entstehen, werden auch an einem nicht so freundlichen Sommernachtsabend besucht. Was gibt es schöneres, als mit Bier, Popcorn und einer warmen Decke bewaffnet, unter freiem Himmel und lauer Abendluft sich bewegte und bewegende Bilder im "Großformat" anzuschauen.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem "gewöhnlichen" Kinopublikum und dem eines Open-Air-Kinos?

Fischer: Ja, ganz klar. Unsere Zielgruppenanalyse im Rahmen einer Diplomarbeit an der Hochschule Künzelsau zeigte auf, dass grundsätzlich im Durchschnitt mehr Frauen wie Männer in das Sommernachtskino gehen und dass das Durchschnittsalter zwischen 25 und 45 Jahre liegt. Prozentual gesehen möchten mehr 60-Jährige als 20-Jährige das Erlebnis des Sommernachtskinos erfahren. Die bisher anvisierte Zielgruppe bei den klassischen Kinobetreibern liegt hier jedoch bei den 14- bis 29 Jährigen. Gerade die Zielgruppe "Best Ager", die im Open-Air-Kino zu finden ist, damit ist die Gruppe 55Plus gemeint, kann mit dem herkömmlichen, klassischen Medium Kino nicht mehr so viel anfangen, so eine Studie des BAT-Freizeit-Instituts. Und genau das ist die große Herausforderung der Kinobetreiber für die Zukunft. Hier bietet wiederum das Open-Air-Kino mit seiner außergewöhnlichen Kulisse, wie es viele Sponsorenpartner erkannt haben, für den klassischen Kinobetreiber eine sehr gute Plattform, seine nötige und wichtige Zielgruppe für die Zukunft anzusprechen.

Jeder Veranstaltungsort besitzt seinen eigenen Reiz. Was macht das Besondere des Kirchheimer Martinskirchplatzes aus?

Fischer: Der Trend zu naturnahen, romantischen Locations, kombiniert mit einer hochwertigen Gastronomie steht in engem Kontext mit dem Hang des Publikums zum Außergewöhnlichen. Und das bietet der Martinskirchplatz, insbesondere dann, wenn der Pfarrer der Martinskirche, Jochen Maier, das Publikum herzlich willkommen heißt. Viele Städte beneiden die Stadt Kirchheim für einen solch wunderschönen Platz mitten im Zentrum, mit so einer kooperierenden, unterstützenden und hilfsbereiteten Verwaltung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde. Das ist das Besondere!

Vielen Dank für das Interview.

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