Lokales

"Optimale Südorientierung" hilft Betriebskosten sparen

Die Gemeinde Dettingen will der Stadt Owen "entgegenkommen" mit dem Baugebiet "Goldmorgen/Obere Straßenäcker". Der Dettinger Ortsrand soll sich durch die Bebauung nach Süden hin ausdehnen und eine einheitlichere Gestaltung bekommen.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Bürgermeister Rainer Haußmann sprach in der jüngsten Gemeinderatssitzung vom "letzten Baugebiet, das wir im Flächennutzungsplan genehmigt haben". Das Gebiet "Goldmorgen/Obere Straßenäcker" solle künftig den Ortsrand markieren und durch die Straßenführung den Verkehr bremsen, der auf der alten Verbindungsstraße von Owen her auf Dettingen zukommt. Mit dem Vorentwurf des Büros Zoll, der jetzt im Ratsrund vorgestellt wurde, steigt die Gemeinde Dettingen in die Detailplanung für das Baugebiet ein. Nun soll es zügig weitergehen: Bereits für die nächste Sitzung kündigte Haußmann den Beginn der Diskussion im Gemeinderat an. Es folgen Informationen zur Bürgerbeteiligung, und anschließend kann das Bebauungsplanverfahren richtig in Gang kommen.

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Peter Zoll, Stadtplaner und Architekt aus Stuttgart, führte aus, welche Vorgaben sich in den vergangenen fünf Jahren geändert haben, seit er sich erstmals mit dem neuen Dettinger Baugebiet befasst hat. "Die Grundstücke werden kleiner", war eine seiner Feststellungen. Dasselbe gelte für die Häuser, denn "große Häuser kann man sich gar nicht mehr leisten". Im Gegensatz zum bisherigen uneinheitlichen Ortsrand vor allem entlang der Richard-Wagner-Straße und des Mozartwegs sähen die aktuellen Pläne streng aus. Das liege an der konsequenten Südorientierung, die für alle Einfamilien- und Doppelhäuser vorgesehen ist und die eine bessere Nutzung alternativer Energien ermöglichen soll.

Die Energiesituation erklärte Olaf Hildebrandt vom Tübinger Ingenieurbüro ebök. Die "optimale Südorientierung" sorge dafür, dass sich rund 92 Prozent der Sonneneinstrahlung nutzen lasse. Hildebrandts Fazit: "Theoretisch kann im Goldmorgen jeder ein Passivhaus bauen oder ein gutes Niedrigenergiehaus." Wichtig sei es, Ökologie und Ökonomie zu verbinden, also die Umwelt zu schützen und gleichzeitig die Betriebskosten dauerhaft zu minimieren. Der Bebauungsplan könne die Energiestandards allerdings nicht vorschreiben, sondern höchstens Hinweise darauf geben.

Zur Erschließung des neuen Baugebiets sind zwei Wohnwege vorgesehen, die zu beiden Seiten der Gutenberger Straße liegen und mit dieser jeweils ein Rechteck bilden. An der neuen Ortseinfahrt im Süden wird ein Kreisel den Verkehr bremsen und nach Norden in Richtung Ortsmitte führen, nach Westen ins neue Wohngebiet "Goldmorgen" sowie nach Osten zu den "Oberen Straßenäckern".

Der Vorentwurf zum Baugebiet liegt in zwei Varianten vor, die sich hauptsächlich nach Art und Anzahl der Häuser unterscheiden. Beide Varianten kommen aber auf ungefähr 95 Wohneinheiten. Außer Einfamilien- und Doppelhäusern sind noch zwei oder drei Mehrfamilienhäuser vorgesehen, die nahezu parallel zur Teckbahn stehen sollen. Als zusätzlicher Lärmschutz dienen die Garagen zwischen den Mehrfamilienhäusern einerseits sowie Bahn und Bundesstraße andererseits.

Landschaftsarchitekt Harald Fischer erläuterte dem Gemeinderat schließlich noch kurz das Regenwasserkonzept: Das Wasser soll zur Lauter hin abfließen und sich zuvor noch sammeln können, allerdings ohne an der Oberfläche sichtbar zu sein.

Ganz greifbar könnte das Wasser der Lauter dagegen bei der Spielplatzgestaltung für das neue Wohngebiet werden. Harald Fischer: "Das Wasser ist gefährlich, hat aber auch seinen Reiz." Insofern besteht eine der Spielplatzvarianten darin, zwischen dem neuen Baugebiet und der bestehenden Brücke über Lauter und Mühlkanal das Wasser als Spielmaterial mit einzubeziehen und dafür die ähnliche Planung für den Lautergarten aufzugeben. Die Fläche direkt südwestlich des "Goldmorgens", an der Ausbuchtung des Mühlkanals, könnte dann als Ausgleichsfläche dienen. Andernfalls wäre dort der Spielplatz vorgesehen.