Lokales

Optimistisch kommende Aufgaben anpacken



RUDOLF STÄBLER

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OHMDEN Dabei geht es dem Bürgermeister ja nicht um Tore und Punkte sondern um die kontinuierliche Fortsetzung einer vernünftigen und machbaren Kommunalpolitik für "seine" Gemeinde und vor allem die Bürger. Obwohl er einen großen Teil des harten Kerns seiner Mitstreiter verloren hat, blickt Merkle optimistisch in die Zukunft und verteilt schon mal Vorschusslorbeeren: "Ich glaube, dass auch künftig eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Gemeinde möglich ist."



Grund der Neubesetzung des "Teams" waren die Kommunalwahlen am 13. Juni dieses Jahres. Der Vollzug folgte bei der jüngsten Sitzung des Ohmdener Gemeinderats, als es um die Verabschiedung der alten und die Amtseinsetzung der neuen Gremiumsmitglieder ging. Nicht dass das Ohmdener "Publikum" viele Räte nicht mehr auf dem "Spielfeld" sehen wollten war der Grund für den 60-prozentigen Wechsel, viele "Leistungsträger" der vergangenen Jahre wollten oder konnten einfach nicht mehr so viel Freizeit opfern und sahen auch einen Generationenwechsel für angebracht. Merkle machte vor den zahlreichen Zuhörern im Ratssaal klar, dass er diese Entscheidungen mit Bedauern aufgenommen, allerdings auch Verständnis dafür habe.



Allerdings entließ der Bürgermeister seine bisherigen "Teammitglieder" nicht ohne die angebrachten Lobesworte. Er bescheinigte den Ausscheidenden, dass sie immer bemüht waren, zum Wohl der Bürger zu entscheiden, wenn auch oft die Bürger dies nicht oder erst viel später erkannt hätten. Merkle sarkastisch: "Was sie dann erlebt haben war bestimmt nicht immer Vergnügungssteuerpflichtig." Auch erinnerte er daran, dass die Scheidenden für ihren "Sport" viel Freizeit geopfert haben. Merkle abschließend: "Wir haben immer hart in der Sache diskutiert, aber nach der Sitzung bei einem Gläschen Bier wurden die Wogen wieder geglättet." Einen Streit gab es nie, gab er augenzwinkernd den neuen "Mitspielern" auf den kommunalpolitischen Weg.



Natürlich ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, die scheidenden Mitstreiter noch einmal kurz Revue passieren zu lassen. Nach nur fünf Jahren verließ Michael Pummer das Amt. Merkle bezeichnete ihn als angenehmen und loyalen Partner, dessen Augenmerk vor allem auf planerische und sportliche Angelegenheiten gerichtet war. Mit Ingrid Balle (10 Jahre) verliere das Gremium eine sehr kritische und hinterfragende Ratsfrau. Ihre Themen waren im Vordergrund Kindergarten, Schule und Sport. Rolf Bezler, auch zehn Jahre im Gremium, hat Planungen stets kritisch hinterfragt und trotz des Aufbaues seiner Firma Zeit gefunden für die ehrenamtliche Tätigkeit. Professor Hans Herzinger hat nach Aussage des Bürgermeisters nicht zu allen Themen die Stimme erhoben und den Mund nur aufgemacht, wenn es auch nötig war. "Er hat in verfahrenen Situationen immer einen Startblock aufgebaut", bescheinigte ihm der Bürgermeister. Bekannt für seine humorvollen und hintergründigen Beiträge im Ratsrund war Otto Spielvogel. "Das wird uns fehlen", bedauerte der Schultes. Sichtlich schwer fiel es dem Ohmdener Bürgermeister, seinen ersten Stellvertreter, sozusagen seine rechte Hand auf dem Spielfeld der Kommunalpolitik, Hans-Albert Harsch zu verabschieden. Er hatte Merkle als einziges Ratsmitglied immerhin 17 Jahre begleitet und saß 25 Jahre im Gremium. Ein kommunalpolitisches Urgestein nannte Merkle ihn und vergaß auch nicht, öftere Differenzen zu erwähnen. "Das allerdings wurde auch wieder in den Nachsitzungen geregelt." Merkle: "Er war unser Hans Dampf in allen Gassen."



Dann kam die Zeit des "Stühlerückens". Die Ex nahmen auf den Bänken platz, die Neuen wurden zum Ratstisch beordert, um die Verpflichtungsformel zu sprechen. Die Nachrücker sind: Peter Cramer, Roland Greiner, Dr. Martin Kaimer, Norbert Ruoff, Thomas Schneider und Georg Siedl.



Keine Probleme bereitete die Wahl des ersten und zweiten Stellvertreters von Bürgermeister Manfred Merkle. Dr. Klaus Dolde erhielt die Binde des Kapitäns und sein Vertreter ist Hans Haible. Für den gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim, dem Kraft Gesetz der Bürgermeister angehört, mussten noch zwei Mitglieder nebst Stellvertretern gewählt werden. Nach gutem alten Brauch sind dies zunächst die beiden Vize-Bürgermeister, als Vertreter wurden Brigitte Ernst und Hans-Peter Fischer benannt. Ohne Verlängerung konnte dann die Sitzung abgeschlossen werden, Buchpräsente wurden überreicht, die dritte Halbzeit fand dann außerhalb des Rathauses statt.

BM Merkle und die scheidenden "Mitkämpfer", von links: Otto Spielvogel, Professor Hans Herzinger, Ingrid Balle, Hans-Albert Harsch, Hans Michael Pummer und Rolf Bezler.

Foto: Jean-Luc Jacques