Lokales

Organisationstalent bewiesen

Nach genau 28 Jahren und viereinhalb Monaten hat Inge Roser ihr Amt als Geschäftsführerin des Landfrauenbezirks Nürtingen abgegeben. Als Nachfolgerin hat sie Gudrun Barner eingearbeitet.

OWEN Auf eigenen Wunsch legt Inge Roser ihr Amt als Geschäftsführerin bei den Landfrauen nieder. "Wir können uns dies zwar nicht vorstellen aber wir müssen es akzeptieren", sagt Doris Bopp, Vorsitzende des Landfrauenbezirksvereins Nürtingen. Nach einer solch langen Amtszeit sei dieser Schritt jedoch auch verständlich. Im Laufe der Jahre hat sie mit drei Bezirksvorsitzenden zusammengearbeitet.

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Den Owener Ortsverein hat Inge Roser 1972 als Vorsitzende übernommen und am 1. November 1976 das Amt als Geschäftsführerin des Bezirkvereins. "Das war eine große Herausfoderung, denn als Mutter von zwei kleinen Kindern und Ehefrau des Bürgermeisters gab es noch viele andere Aufgaben zu bewältigen", zollt Doris Bopp ihrer Kollegin Respekt.

Die Arbeit als Geschäftsführerin war jedoch auch eine Bestätigung für Inge Roser. Als gut ausgebildete junge Frau wollte sie mehr als sich nur um Haushalt und Kinder kümmern. Mit Freude und Engagement hat sie sich für die Landfrauen eingesetzt. Im Jahr 1976 hatte der Landfrauenbezirk Nürtingen in neun Ortsvereinen 340 Mitglieder, heute sind es in 18 Ortsvereinen 1420 Mitglieder. Die Zahl der Ortsvereine hat sich verdoppelt, die der Mitglieder gar vervierfacht und somit ist auch die Arbeit der Geschäftsführerin um ein Vielfaches mehr geworden. Zudem sind die Bildungsangebote ständig gestiegen.

Die Arbeit einer Geschäftsführerin der Landfrauen muss auch von der Familie mitgetragen werden. Für die "Gsälzaktion" bei Weihnachtsmann und Co. musste gar die Garage als Lagerplatz herhalten. Die 1200 Gläser wurden sortiert, gestapelt und in Kisten und Kartons verpackt. Eines der zwei bis zur Belastungsgrenze geladenen Autos chauffierte Tochter Tini zum Weihnachtsmarkt nach Stuttgart.

"Man kann sagen, dass bei der Fülle der Veranstaltungen im Jahr 2003 besuchten über 21 000 Teilnehmerinnen knapp 1000 Veranstaltungen in ihren Ortsvereinen der Bezirksverein der Landfrauen mit einem großen, mittelständischen Betrieb zu vergleichen ist, der allerdings im Ehrenamt geführt wird", zeigt Doris Bopp die Dimensionen auf. Für diese Tätigkeit brauche es einen langen Atem, Durchhaltevermögen, Organisationstalent und Liebe zur Sache. "Dies alles hat Inge Roser aufgebracht, gewürzt mit ihrem sprichwörtlichen Humor", beschreibt Doris Bopp ihre scheidende Vorstandskollegin.

Wie es ihre Art ist, hat Inge Roser mit Umsicht schon seit einiger Zeit nach einer geeigneten Nachfolgerin gesucht und sie in Gudrun Barner gefunden. Seit Monaten arbeitet sie sie in die neue Aufgabe ein.

tb