Lokales

Orgel der Martinskirche "gehört fast unter Denkmalschutz"

Diese Woche haben die ersten aufwendigen Sanierungsarbeiten an der Martinskirchenorgel begonnen. Für beinahe vier Monate wird dieses monumentale Instrument deshalb schweigen müssen.

KIRCHHEIM Im ersten Bauabschnitt geht es vorrangig um den Austausch materialmüder Verschleißteile wie Ventilfedern oder Trakturwinkel, die in den letzten Wochen und Monaten das Spiel auf der Orgel mehr und mehr zu einem Glücksspiel haben werden lassen, weil die Organisten bei Konzerten oder Gottesdiensten stets mit unerwünschten Dauertönen oder nicht mehr zurückspringenden Tasten rechnen mussten. Bezirkskantor Ralf Sach gab zu, dass er in letzter Zeit wohl weitaus mehr Zeit in als vor der Orgel verbracht hat, um immer wieder auftretende Störungen oberflächlich zu beseitigen.

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Stellenweise zeigt sich der Zustand der Orgel sogar als durchaus riskant, weil einige der größeren Pfeifen durch eine unzureichende Befestigung in sich instabil geworden sind, und umzufallen drohen, wie die mit den Renovierungsarbeiten beauftragte Orgelbaufirma Mühleisen aus Leonberg zusammen mit dem Orgelsachverständigen Professor KMD Volker Lutz feststellte. "Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um den Bestandserhalt dieser Orgel. Noch weitere Jahre des Wartens hätten sicher irreparable Folgen für dieses komplizierte und sensible Instrument gehabt", konstatiert Bezirkskantor Sach. So seien im derzeitigen ersten Bauabschnitt der Renovierungsarbeiten noch nicht einmal über technische Modernisierungsmaßnahmen oder gar Klangverbesserungen gesprochen worden.

Dies sei zunächst noch Zukunftsmusik und davon abhängig, inwieweit die derzeitigen Arbeiten am Bestandserhalt der Orgel von der Kirchheimer Bevölkerung finanziell mitgetragen würden. Immerhin würden Orgel und Kirchraum mittlerweile zum großen Teil auch von nicht kirchlichen Einrichtungen innerhalb der Stadt genutzt. Momentan fehlten für die Zukunftssicherung dieses weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Instruments aber noch annähernd 18 000 Euro. Daneben seien allerdings auch erfreulicherweise bereits namhafte Spenden eingegangen.

Über den Wert der durch die Orgelbaufirma Rensch im Jahre 1960 gebauten Martinskirchenorgel lässt Peter Weimer von der Firma Mühleisen keine Zweifel aufkommen: "Orgeln aus dieser Zeit und dieses Kalibers findet man im ,Ländle' immer weniger. Sie gehört fast unter Denkmalschutz gestellt."

Interessenten am Fortgang der Renovierungsarbeiten sind eingeladen, sich während der Kirchenöffnungszeiten vor Ort ein Bild zu machen. Spenden werden auf folgendem Konto entgegengenommen: 48 300 645bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, BLZ 611 500 20. Für nähere Informationen steht Bezirkskantor Ralf Sach unter r.sach@vki-kirchheim.de oder Telefon 0 70 21/93 73 77 zur Verfügung.

pm