Lokales

Owen erhöht die Versorgungssicherheit

Der Hochbehälter „Teck“ kann jetzt sowohl eigenes als auch zugekauftes Wasser speichern

Die Stadt Owen hat die Versorgungssicherheit beim Trinkwasser deutlich erhöht: In zwei Schritten wurde der Hochbehälter „Teck“ auf Vordermann gebracht. Er kann jetzt sowohl Owener Eigenwasser als auch Wasser des Zweckverbands Landeswasserversorgung speichern. Auch der erhöhte Trübungsgrad des Eigenwassers nach heftigen Regenfällen stellt dank moderner Technik und Filteranlagen kein Problem mehr dar.

Andreas Volz

Owen. Das Owener Wasser wird ständig und automatisch überwacht. Ist der vorgegebene Grenzwert des Trübungsgrads überschritten, kommt sofort ein Schieber zum Einsatz, der das Eigenwasser vom Teckhang außen vor lässt. Dieses Wasser wird dann im Bach abgeleitet. Ansonsten landet das Teckwasser im Rohwasserbehälter. Von dort aus fließt es über eine Vielzahl von Rohren zur Ozonanlage, durch die Filteranlage, es bekommt unterwegs das richtige Quantum Chlor zugefügt und sammelt sich schließlich wieder in der Reinwasserkammer. Dort ist Platz für 180 Kubikmeter Wasser, wobei es sich – wie der Name schon sagt – nach erfolgter Reinigungsprozedur um reines Wasser handelt, das sämtliche Grenzwerte einhält.

Die elektronische Überprüfung ist direkt vor Ort am Wasserbehälter möglich, aber genauso gut auch aus der Ferne. Das ist insofern von Bedeutung, als die Energieversorgung Filstal (EVF) vor drei Jahren die Betriebsführung für die Owener Wasserversorgung übernommen hat. Die EVF hat ihren Sitz in Göppingen und kann die Reinheit des Owener Wassers auch von dort aus an den Bildschirmen überwachen. Störmeldungen werden sofort gesendet, und die Störungen können unterschiedlichster Art sein. Sie betreffen nicht nur die Qualität und die Menge des Wassers, sondern beispielsweise auch die Frage, ob sich jemand im Inneren des Gebäudes aufhält. Wenn also jemand versuchen sollte, unbefugt einzudringen, würde das sofort gemeldet.

Was die Stadt Owen jetzt auf Vorschlag und unter der Begleitung der EVF unternommen hat, dient zum einen der Erhaltung des Eigenwassers. Sollte – aus welchen Gründen auch immer – das kostbare Nass aus den Beständen der Landeswasserversorgung kurzfristig einmal spärlicher fließen, bleibt den Owenern immer noch ihr Eigenwasser. Sollte umgekehrt das Eigenwasser ausfallen – wegen erhöhter Trübung nach zu starken Regenfällen oder aber wegen sommerlicher Trockenheit –, dann dient der Hochbehälter „Teck“ künftig auch als Speicher für Wasser der Landeswasserversorgung.

Letzteres war bislang nicht möglich. Dazu brauchte es erst eine entsprechende Druckerhöhungsanlage, um Wasser, das nicht als Eigenwasser am Teckhang anfällt, überhaupt erst in den Hochbehälter pumpen zu können. Diese Anlage, die Ertüchtigung der gesamten Technik und der Bau von Leitungen haben in mehreren Arbeitsschritten insgesamt rund 180 000 Euro gekostet. Es gibt neuerdings sogar eine Abwasserleitung, die einzig dafür da ist, „Schmutzwasser“ in die Kanalisation abzuleiten, das durch die Filterreinigung anfällt.

Außer dem Hochbehälter „Teck“ gibt es in Owen noch den Behälter „Weiler Steige“. Dort wird nur zugekauftes Wasser von der Landeswasserversorgung gespeichert, in zwei Becken mit einem Fassungsvermögen von je 220 Kubikmetern. Für Zeiten, in denen das Owener Eigenwasser ausfällt, gibt es am Teckhang nun also ein drittes Speicherbecken. Somit steht in Owen auch zu Spitzenverbrauchszeiten immer genügend Wasser zur Verfügung, wie der zuständige Wassermeister Jürgen Moll von der EVF gestern ausführte.

Bei der gemeinsamen Besichtigung mit Mitarbeitern der EVF zeigte sich Bürgermeister Siegfried Roser am Hochbehälter „Teck“ denn auch sehr zufrieden mit der dort geleisteten Umsetzung von Gemeinderatsbeschlüssen: „Wir hatten hier lange Zeit über wenig getan. Jetzt steht unsere Wasserversorgung aber wieder auf sicheren Füßen.“

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