Lokales

Owen investiert in Beleuchtung und Schulhaus

Mittel aus dem Konjunkturprogramm II reichen nicht für die Komplettsanierung der Grundschule

Owen setzt voll und ganz auf die Schule, was den Hauptteil der Finanzspritze aus dem Konjunkturprogramm II des Bunds betrifft. Für die „sonstige Infrastruktur“ als zweite Fördermöglichkeit ist vorgesehen, die Straßenbeleuchtung zu erneuern, um künftig Energie und damit auch Kosten zu sparen.

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Andreas Volz

Owen. Die Straßenbeleuchtung stand im Owener Gemeinderat eigentlich gar nicht zur Diskussion. In diesem Fall genügte ein Hinweis von Bürgermeisterin Verena Grötzinger, dass die Gemeinde Kohlberg grünes Licht bekommen habe für die Sanierung der Straßenbeleuchtung im Rahmen des Konjunkturprogramms. Deshalb müsste dasselbe auch für Owen möglich sein.

Im Grundsatz war sich der Gemeinderat ja schon fünf Wochen zuvor einig gewesen, dass die Straßenbeleuchtung das ideale Projekt ist: 46 667 Euro stehen dafür insgesamt zur Verfügung, der Eigenanteil der Stadt Owen beträgt 11 667 Euro. Die Gesamtkosten sind mit 50 000 Euro veranschlagt. Bereits nach drei Jahren soll sich die Investition für Owen gelohnt haben – durch entsprechende Kosteneinsparungen. Ohne lange Debatten hat sich der Gemeinderat einstimmig für diese Maßnahme ausgesprochen.

Wesentlich mehr Diskussionsbedarf gab es dagegen bei der energetischen Sanierung der Schule. Architekt Marc Bader hatte vorgerechnet, dass 65 Prozent des Energieverlusts am Schulgebäude auf die mangelnde Dämmung der Außenwände zurückzuführen ist. Deshalb wäre eine Investition in diese Dämmung sicher mehr als sinnvoll. Dafür dürfte allerdings das Budget in Höhe von 92 000 Euro, das der Förderrahmen vorgibt, nicht ausreichen. Deshalb gab es den Vorschlag, am Schulgebäude in die Wärmedämmung der Bodenplatte im Musiksaal sowie der obersten Geschossdecke zu investieren.

Die eigentlich notwendige Komplettsanierung kann die Stadt Owen im laufenden Jahr allerdings nicht schultern. Das Konjunkturprogramm II sieht nämlich vor, dass die Zusatzinvestitionen nach Möglichkeit noch 2009 getätigt werden. Nur im Ausnahmefall sei eine Verlängerung bis 2010 möglich, sagte Bürgermeisterin Grötzinger und erinnerte zugleich daran, dass trotz Geldsegens aus Berlin auch die Stadt Owen mitfinanzieren müsse: „Wir müssen die 25 Prozent Eigenanteil auch schultern können.“

Die Finanzlage ist die eine Seite, die andere Seite wäre der enge Zeitrahmen, sollte eine Komplettsanierung gewünscht sein. Darauf wies Stadträtin Marie-Luise Ritter hin: „Das würde jetzt viel zu schnell gehen, das müssten wir genauer planen.“ Der Planungsaspekt war dem gesamten Gremium wichtig. So wollte der Owener Gemeinderat auf keinen Fall in Maßnahmen investieren, die sich erst im Zuge einer Komplettsanierung rentieren würden.

Bei einer reinen Sanierung der Außenwände beispielsweise gäbe es einiges an zusätzlichem Aufwand. So müssten die Fenster mit einbezogen werden. Die stammen zwar aus dem Jahr 1978, sind nach Aussage von Architekt Bader aber in einem „relativ guten“ Zustand. Der Energieverlustanteil der Fenster in der Grundschule liege bei zehn Prozent. Dazu meinte Marc Bader: „Das ist bei einem solchen Bau minimal.“

Außerdem müsste bei einer Sanierung der Außenwände auch der Boden aufgegraben werden, was Marc Bader sehr einleuchtend begründete: „Wir können nicht 15 Zentimeter über dem Boden aufhören.“ Die energetische Ausrichtung eines Gebäudes hatte er eingangs sehr anschaulich mit einer Himalaja-Expedition verglichen und dabei gesagt: „Wichtig ist eine Wärmedämmung der gesamten Hülle. Warme Socken oder Handschuhe allein reichen nicht. Man muss sich komplett einpacken.“

Die Komplettsanierung ist in diesem Fall aber aus finanziellen Gründen nicht möglich. Deshalb plädierte Stadtrat Ulrich Raichle dafür, wie vorgeschlagen mit der Bodenplatte im Musikraum und mit der obersten Geschossdecke zu beginnen: „Es geht um eine Investition in die Zukunft. Ein Zurückweichen wäre deshalb falsch. Aber in die Vollen zu gehen, das wäre zu teuer.“

Beide Einzelmaßnahmen lassen sich unabhängig vom großen Wurf verwirklichen. Weil aber Bürgermeisterin Grötzinger auch betont hatte, dass es sich in der aktuellen Sitzung weder um eine Ausschreibung noch um eine Vergabe handle, kam es schließlich zu folgendem Beschluss: Der Gemeinderat stimmte den Maßnahmen im Schulhaus grundsätzlich zu und beauftragte die Verwaltung, auch Pläne zur Dämmung der Außenwände mitsamt einer Kostenberechnung aufzubereiten.