Lokales

Owen "langt richtig hin"

Die Owener Teckhalle soll grundlegend saniert werden, um künftig Energiekosten einzusparen. Wie bereits berichtet, belaufen sich die Kosten für die notwendigen Maßnahmen auf über 250 000 Euro. Hinzu kommen jetzt noch Kosten für die Dachsanierung in Höhe von etwa 100 000 Euro.

ANDREAS VOLZOWEN Thomas Herp vom gleichnamigen Ingenieurbüro teilte den Owener Räten in seinem Zwischenbericht zur Hallensanierung mit, dass die zu erwartenden Kosten für die Erneuerung respektive Nachrüstung der Heizungs- und Lüftungsanlagen, des Sanitärbereichs sowie für die Dachdämmung sich nach wie vor im Rahmen des ersten Voranschlags bewegen. Weil jetzt aber noch Mängel am Dach zutage getreten sind, "die nur in Griff zu kriegen sind, wenn man richtig hinlangt", kämen auf die Stadt Owen nun Gesamtkosten von rund 363 000 Euro zu.

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Über die "Dachschäden" berichtete Michael Rauscher vom Kirchheimer Büro Bankwitz Architekten. Anhand von Fotos dokumentierte er schadhafte Stellen, an denen das Niederschlagswasser nicht richtig abfließen kann. So gibt es Rinnen ohne Gefälle, deren Material aber nicht für stehendes Wasser geeignet ist. Rauscher schlägt deshalb Edelstahlrinnen vor. An den Lichtkuppeln wiederum weise das Dach Bördelstege auf, die nicht nur zu nahe an die Lichtkuppeln herangeführt, sondern dazu noch am Ende offen und nicht abgeschrägt seien.

Auch an der so genannten "Laterne" dem erhöhten Teil in der Mitte des Hallendachs, mit beidseitigen Oberlichtern dringe Wasser ein. Grund dafür ist die Tatsache, dass kein Dachüberstand vorhanden ist. "Ein längerer Dachüberstand hätte damals so gut wie nichts gekostet, und dann hätten wir dort jetzt kein Wasser", klagte Michael Rauscher. Bürgermeister Siegfried Roser verwies allerdings darauf, dass dieser planerische Mangel einstmals durchaus beabsichtigt gewesen sei, damit mehr Licht durch die hochgelegenen Fensterreihen fallen könne. Abschließend warnte Michael Rauscher eindringlich vor übertriebenen Erwartungen: Die Maßnahmen, die er zur Dachsanierung vorschlug, würden keineswegs garantieren, dass niemals mehr Wasser durch das Teckhallendach eindringen könne.

Einen weiteren Kostenpunkt brachte Thomas Hille vom Ingenieurbüro Herp ins Spiel. Aus energetischer Sicht würde sich für die Teckhalle ein kleines Blockheizkraftwerk lohnen. Dadurch ergebe sich eine jährliche

CO2-Minderung von etwa 45 Tonnen. Die Kosten für diese Maßnahme würden sich auf 79 000 Euro belaufen. Davon wiederum sind 22 000 Euro abzuziehen, die ansonsten für die Sanierung der Heizungsanlage anfallen würden. Über eine Landesförderung für Maßnahmen zur

CO2-Reduzierung könnte Owen in diesem Fall knapp 23 000 Euro erhalten, sodass nur noch 34 000 Euro aus der Stadtkasse zu finanzieren wären.

Während der Gemeinderat die allgemeinen Sanierungsmaßnahmen für 363 000 Euro billigte, machte er den Bau eines Blockheizkraftwerks davon abhängig, ob tatsächlich Landesmittel in der vorgesehenen Höhe fließen würden. Dass der Kindergarten Rinnenweg per Warmwasserheizung an die Teckhalle angeschlossen werden könnte, hat das Gremium zur Kenntnis genommen. Momentan würde sich das zwar energetisch rechnen, aber nicht finanziell.