Lokales

Owener "Frischluftgebläse" vom Feinsten

Ein Konzerterlebnis der besonderen Art war in Owen geboten. Vor dem Hauptportal der Marienkirche unter einem wolkenlosen blauen Sommerhimmel musizierten der Owener Posaunenchor und verschiedene Gruppen von Jungbläsern gemeinsam zur Ehre Gottes.

OWEN Das Eingangsstück, das Preludio aus der Suite Nr. 2 von Traugott Fünfgeld, einem zeitgenössischen Komponisten, war ein überzeugender, harmonischer Beginn. Ebenfalls von Fünfgeld ist das Vorspiel zu "Geh aus mein Herz und suche Freud", das der Chor gemeinsam mit den Zuhörern anstimmte.

Anzeige

Im Anschluss daran musizierten die "neuesten" Jungbläser verschiedene Stücke, die sie in erstaunlicher Vielfalt und Spielfreude präsentierten. Hier kamen die jüngsten Mitglieder der großen Posaunenchorfamilie von Owen zum Zug. Teilweise greift bereits die dritte Generation zu Trompete, Posaune, Horn oder gar dem Taktstock. Ihre Vielseitigkeit stellten sie auch mit einem Stück ausschließlich für tiefe Stimmen unter Beweis, das den vollen, kräftigen Klang dieser Instrumente sehr gut hören ließ.

Das Lied "Glory Halleluja", das sehr einfühlsam von einer Bläserin eingeführt wurde, war ein weiterer Programmpunkt, der die große musikalische Vielseitigkeit des Chores deutlich machte.

Ebenso abwechslungsreich wie von hoher Musikalität spielte auch die Jungbläsergruppe "Pusteblume" unter der Leitung von Annette Rebmann. Sie hatte einen "Rag for four" ausgesucht, der prima und schwungvoll dargeboten wurde.

Mit dem nächsten Stück "Joshua fit the battle" wurde zwar nicht versucht, die Mauern der Marienkirche zum Einsturz zu bringen, doch mit einer kurzen und sehr hilfreichen Erläuterung der Spirituals im Allgemeinen wurde auch dieser Programmpunkt zu einem weiteren kleinen Höhepunkt, denn das Stück erfordert ein hohes Maß an differenzierten Klangprägungen. Außerdem erklingt ein durchgängiger Dialog zwischen den hohen und tiefen Stimmen, der sich nahezu wie ein echtes Gespräch anhörte.

Das Stück "Draw me close to you" wurde durch seine rhythmische Ausgewogenheit und den reinen, harmonischen Klang zu einem wahren "Ohrenschmaus".

Das "Lied der Franken: Wohl auf, die Luft ist frisch und rein" brachte zwar zweifellos mit seinem Titel die Stimmung des ganzen Abends auf den Punkt und wurde auch sehr gut und nahezu perfekt musiziert, wollte aber einfach nicht recht ins Programm passen, ist es doch eher "Musik, die durstig macht".

Der ganze Abend war jedoch in seiner großen Vielfalt und hohen Musikalität sehr überzeugend und abwechslungsreich. Er wurde vom in der Zwischenzeit stattlich angewachsenen Posaunenchor wunderbar und sehr harmonisch präsentiert.

Die Gesamtleitung hatte Rainer Däschler, der wie immer, souverän die Fäden in der Hand hielt.

cr