Lokales

Owener Gemeinderat zeigt sich "ernüchtert"

Was die Owener bislang recht zügig angegangen sind, ist in der jüngten Gemeinderatssitzung ins Stocken geraten: das Betreute Wohnen für Senioren. Das Weilheimer Büro Lamparter hat jetzt nämlich festgestellt, dass die vorliegende Planung baurechtlich nicht zu vertreten ist.

ANDREAS VOLZOWEN Damit der Dossenheimer Investor FWD möglichst rasch mit dem Bau der 19 barrierefreien Wohnungen beginnen könne, hatte die Stadt Owen das Ingenieurbüro Lamparter beauftragt, den Bebauungsplanvorentwurf "Südlich des Bauhofes" zu erstellen. Hans Lamparter hat nun die Gemeinderäte auf schwerwiegende Probleme aufmerksam gemacht. So komme die geplante Wohnanlage auf eine Geschossflächenzahl von 1,7. "Das Maximale ist aber 1,2", fügte der Geschäftsführer des Weilheimer Ingenieur- und Vermessungsbüros hinzu. Außerdem käme das Gebäude stellenweise direkt auf der Grenze zu stehen oder sei nur einen Meter von der öffentlichen Verkehrsfläche entfernt.

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Eine weitere Schwierigkeit nannte Hans Lamparter hinsichtlich der Stellplätze. Der Investor wolle lediglich sechs Parkplätze schaffen, die auch noch über ein fremdes Grundstück anzufahren sind und außerdem nur wenig Platz zum Rangieren einräumen. Die Stadt Owen schreibt aber eigentlich für eine Wohnung bis 80 Quadratmeter einen ganzen Stellplatz vor, für größere Wohnungen sogar 1,5 Stellplätze. Lamparter nannte daher neun oder zehn Stellplätze für die Wohnanlage als einen denkbaren Kompromiss. Die Stellplatzquote würde sich dann wenigstens bei 0,5 einpendeln.

Ein zusätzliches Manko der Planung sah Hans Lamparter beim Wohnkomfort: Bislang war an zwei miteinander verbundene Baukörper gedacht. Der kleinere im Osten soll entlang der Straße "Im Brühl" neun Wohnungen vorhalten. "Diese Wohnungen haben dann vom Mittag an keine Sonne mehr", bemängelte der Fachmann aus Weilheim.

Unter städteplanerischen Gesichtspunkten schlug Lamparter vor, einen größeren Gebäudeteil im Süden zu platzieren, entlang der Brühlstraße. Von dort aus könnten zwei Flügel nach Norden stoßen, die weit genug auseinanderlägen, sodass beide Flügel eine nach Westen ausgerichtete Fassade bekämen.

Für diese Planung wäre eine größere Grundstücksfläche nötig. Im Brühl gäbe es somit Möglichkeiten für Stellplätze, in der Brühlstraße für Parktaschen, sodass zumindest zehn Autos an der Wohnanlage Platz fänden. Probleme mit der Geschossflächenzahl und mit der Baugrenze wären nach der Umplanung auch nicht mehr gegeben.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass sie keinen Präzedenzfall schaffen wollen, nur um das Betreute Wohnen um jeden Preis an dieser Stelle verwirklichen zu können. Sie zeigten sich auch "enttäuscht" oder zumindest "ernüchtert" vom Verhalten des Investors, dessen Motivation Bürgermeister Siegfried Roser eingangs folgendermaßen umschrieben hatte: "Das ist ein kommerzieller Bauträger, der verdienen will."

Die entscheidende Frage ist jetzt, ob das Bauträgerunternehmen FWD bereit ist, die konkrete Planung noch einmal zu ändern und die Anlage tatsächlich auf einem größeren und damit auch teureren Grundstück unterzubringen. Wenn ja, dann wäre möglicherweise der Zeitplan bis zur Einweihung beeinträchtigt. Wenn nein, dann wäre das ganze Projekt erst einmal ad acta zu legen.