Lokales

Pakete mit Verspätung

KIRCHHEIM Jens Z. kann es nicht fassen: Am Nachmittag des 23. Dezembers ist das sehnlich erwartete Paket immer noch nicht da und das, wo der Internetanbieter doch

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BIANCA LÜTZ

mit einer "garantierten Lieferung vor Weihnachten" geworben hatte. Auch die Hoffnung, dass der Digital-Receiver für den Schwiegervater vielleicht noch an Heiligabend ausgeliefert wird, muss der Kirchheimer begraben und dem Schwiegervater an Weihnachten mit leeren Händen gegenübertreten.

Ähnlich wie dem 30-Jährigen erging es in den vergangenen Tagen auch anderen Menschen rund um die Teck. Grund für die verspäteten Paketlieferungen sind nach Angabe der Pressestelle der Post Rückstände bei der Auslieferung: "Wir haben es nicht geschafft, alle Pakete rechtzeitig zu Weihnachten zuzustellen", räumt Hugo Gimber, Pressesprecher der Post AG in Stuttgart, auf Nachfrage des Teckboten ein. Dabei habe das Unternehmen zusätzliches Personal für die Weihnachtszeit eingesetzt und sogar am 24. Dezember Pakete ausfahren lassen.

"Wir hatten sehr hohe Sendemengen", begründet Hugo Gimber, warum es zu Verspätungen kommen konnte. Darüber hinaus hätten etliche Kunden auf den letzten Drücker ihre Weihnachtsgeschenke bestellt und versandt. "Die Maschinenkapazität im Paketzentrum hat eben eine Obergrenze und auch die Autos sind irgendwann voll", sagt er.

Dass es speziell im Raum Kirchheim zu Verzögerungen bei der Zustellung von Paketen gekommen ist, dazu könnte auch noch ein anderer Faktor "ein bisschen" beigetragen haben: "In Kirchheim wurde die Zustellung zentralisiert", berichtet Gimber. "Das war das erste Weihnachten in dieser Organisationsform." Seit rund einem Vierteljahr befindet sich die Kirchheimer Zustellbasis also der Ort, an dem die Zusteller die Pakete einladen im Köngener Paketzentrum. "Dort war noch Platz und Kirchheim liegt nah dran", erläutert der Postsprecher. Durch die Zentralisierung spare die Post seither die Miete für einen extra Raum in Kirchheim.

Hugo Gimber zufolge arbeitet die Post AG jetzt mit Hochdruck daran, die Rückstände aufzuarbeiten: Bis Dienstag fünf Arbeitstage nach Weihnachten soll alles ausgeliefert sein, kündigt er an.