Lokales

Panne mit der Wanne

Die Nachtragsangebote für die Notzinger Gemeindehalle gehen in eine weitere Runde sehr zum Verdruss einiger Gemeinderäte, die in der jüngsten Sitzung ihrem Ärger Luft machten. Zudem wurde dem Architekten eine Frist gesetzt.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Das ist ein eindeutiger Planungsfehler. Wenn der Architekt das nicht zeichnen kann oder einfach geschlafen hat, sehe ich nicht ein, dass wir das bezahlen sollen. Es ist ja auch nicht das erste Mal", wetterte Erhard Reichle. Stein des Anstoßes ist eine Tür, an der der Schließer falsch angebracht wurde und deshalb wenige Wochen nach der Einweihung der Gemeindehalle schon einige "Macken" an Wand und Türe entstanden sind.

Die anderen Nachtragsangebote stießen dagegen nicht auf den Widerstand des Gremiums. Dazu gehören beispielsweise die Handläufe an den Stufen im Foyer, die Verkleidung eines Lüftungsgeräts oder Fliegengitter. "Das alles sind typische zusätzliche Leistungen, die wir auch bezahlen", sagte dazu Erhard Reichle.

Allerdings gibt es eine weitere Panne, und zwar im Eingangsbereich. Jede einzelne Treppenstufe besteht aus einer Wanne, in die die grünen Quarzit-Steinplatten eingefasst sind. Alle Wannen müssen nun mitsamt den Steinen entfernt werden, da das Material schon so angegriffen ist, dass keine Sanierung mehr möglich ist. "Es liegt an der Aufkantung der Wannen, die muss aus einem anderem Material sein", erklärte Bürgermeister Flogaus. Somit ist klar, dass die Erneuerung kostenneutral für die Gemeinde ist. "Die Schlosserei hat dies akzeptiert, allerdings stellt sich deren Lieferfirma quer", so Jochen Flogaus.

Erfreuliches konnte er dagegen von der Bauabnahme berichten: Sie erfolgte ohne größere Beanstandungen. "Wir müssen zum Beispiel auf der Empore noch einen ,Rollschutz' für am Boden stehende Flaschen anbringen, damit sie nicht zwei Stockwerke tief hinunterfallen können", erläuterte der Schultes.

Die Glascontainer bleiben entgegen der ursprünglichen Planung nun doch am Parkplatz Sporthalle. An der Gemeindehalle wurde zwar extra eine Fläche für die Container maßgerecht gepflastet, doch zwischenzeitlich hat sich die Anbieterfirma geändert und deren Boxen sind zu groß für dieses "Plätzle".

Erhard Reichle hatte sich bei der Diskussion um die "vermurkste" Tür in Fahrt geredet und forderte einen festen Fertigstellungstermin, den der Architekt einzuhalten hat. "Zuerst war's der Umbau, dann das Wetter. Wenn wir ihm keine Frist setzen, haben wir den Umbau der Gemeindehalle noch in einem halben Jahr auf der Tagesordnung", mutmaßte Erhard Reichle, der die Verzögerungen nicht nachvollziehen kann. Seit Wochen spiele die Witterung mit und trotzdem seien noch zig Arbeiten nicht erledigt. Dazu zählen beispielsweise Telefonanlage, Blitzschutzarbeiten, Aluverkleidungen an der Küchentür oder die Kiesschüttung auf dem Dach. "Das kann doch so nicht ewig weitergehen", forderte der Gemeinderat. Dieser Auffassung schloss sich das Gremium einstimmig an. Bis Mitte Juni müssen nun alle Arbeiten abgeschlossen sein. "Dann kommen auch nicht mehr Nachtragsangebote am laufenden Band", nannte Herbert Hiller einen weiteren großen Vorteil dieser Regelung.