Lokales

Partner im Naturschutz

Der Führungswechsel im Amt des Vorsitzenden des Teck-Neuffen-Gaus im Schwäbischen Albverein stand gestern im Mittelpunkt der Gauversammlung. Bernhard Puf gibt nach 14 Jahren sein Amt als Vorsitzender ab. Zum Nachfolger gewählt wurde der Vertrauensmann der Ortsgruppe Oberboihingen und Gaurechner Gerhard Böhringer.

NÜRTINGEN In zahlreichen Ansprachen wurde der Schwäbische Albverein als wichtiger und unersetzlicher Partner in Sachen Natur- und Landschaftsschutz hervorgehoben. Dieser ehrenamtliche Einsatz war schon am Vormittag während der Versammlung der Vertrauensmänner und der Berichte des Gauwegemeisters und des Gaunaturschutzwartes deutlich geworden. In dieser Runde wurde unter Leitung des Ehrengauvorsitzenden Heinz Dangel auch der neue Gauvorsitzende gewählt.

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Organisiert und ausgerichtet wurde die Gauversammlung im Schwäbischen Albverein von der Ortsgruppe Reudern, die am Wochenende gleichzeitig ihr 50-jähriges Jubiläum feierte. Vertrauensmann Erich Haas verwies in der Gemeindehalle nicht ohne Stolz auf die am Samstagabend erfolgte Ehrung von 20 Mitgliedern, die seit 50 Jahren zur Ortsgruppe Reudern gehören. Zum gesamten Teck-Neuffen-Gau gehören insgesamt 32 Ortsgruppen mit rund 7 500 Mitgliedern. Aus ihren Reihen kamen die vielen Akteure des bunten Programms, in das die Gauversammlung eingebunden war. Zudem spielte gestern der Musikverein Reudern.

Regierungsvizepräsident Dr. Hans Rapp war nach Reudern gekommen, um der Ortsgruppe zu gratulieren und dem scheidenden Gauvorsitzenden zu danken. Zum zweiten Male dürfe er jetzt Bernhard Puf in den Ruhestand schicken, einst als Bezirksbrandmeister beim Regierungspräsidium, jetzt als Gauvorsitzenden. Er sei selbst Mitglied im Schwäbischen Albverein und wisse um die viele ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet werde. Der Regierungsvizepräsident ging vor allem ein auf den Schwerpunkt der Albvereins-Arbeit, den Naturschutz. Das Randecker Maar sei eines von vielen Beispielen, das zeige, wie schwer Naturschutz sein und wie viel doch erreicht werden könne. Der Schwäbische Albverein habe erst jüngst die Ausweisung des Naturschutzgebietes um die Teck mustergültig unterstützt.

Als Partner des amtlichen Naturschutzes sieht auch Landrat Heinz Eininger den Schwäbischen Albverein. Einen solch starken und kompetenten Partner an der Seite zu haben, sei vor allem bei der Umsetzung von Naturschutzprojekten wichtig und gut. Mit öffentlichen Mitteln allein die Heimat zu schützen, gelinge nicht. Der Schwäbische Albverein leiste hier wichtige Arbeit. In Zukunft gelte es, betonte der Landrat, den zunehmenden Besucherdruck auf der Alb zu kanalisieren.

Nachdem eine Lösung für Kletterer und Gleitschirmflieger gefunden sei, arbeite man landkreisübergreifend an einem Mountainbike-Trial am Albrand. Die Interessen der Natur und der Sportler gelte es "naturverträglich unter einen Hut zu bringen". Froh sei man, die Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen im Landkreis verhindert zu haben. Das heiße aber nicht, sich erneuerbaren Energien generell zu verschließen.

Nürtingens Bürgermeister Rolf Siebert wies auf die Verdienste der Nürtinger Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins genauso hin wie auf die Notwendigkeit der Jugendarbeit. Die Landtagsabgeordnete Carla Bregenzer, die auch im Namen von MdB Michael Hennrich sprach, gratulierte den Reudernern zum Jubiläum, dem Gau zum gelungenen Vorstandswechsel. Der Schwäbische Albverein habe sich nicht nur dem Wandern und der Brauchtumspflege verschrieben. Mit seiner Liebe zur Natur sei er ein wichtiger Partner im Naturschutz und dafür gebühre den Mitgliedern der Dank. "Wir brauchen Sie vor allem in Zeiten, in denen die Ökonomie im Mittelpunkt steht."

Bernhard Puf berichtete schließlich über die Arbeit der 32 Ortsgruppen im Teck-Neuffen-Gau, ging ein auf die zahlreichen Wanderungen, auf die Pflege des 350 Kilometer langen Wanderwegenetzes im Gau, auf die Jugendarbeit, die Kultur- und Brauchtumsarbeit und vor allem die Natur- und Landschaftspflege.

Der Präsident des Schwäbischen Albvereins, Dr. Hans-Ullrich Rauchfuß, erinnerte an das gemeinsam mit dem Kreis Esslingen geschulterte Projekt "Wasserver- und entsorgung der Teck" und überraschte den scheidenden Gauvorsitzenden Bernhard Puf mit der Ernennung zum Ehrengauvorsitzenden. Den Ehrenschild des Schwäbischen Albvereins überreichte er an den langjährigen Vertrauensmann aus Unterlenningen, Hans Rehkugler, und an den Naturschutzwart aus Brucken, Emil Kuch. Gerhard Hepperle aus Neidlingen überreichte er die silberne Ehrennadel des Vereins.

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