Lokales

Partnerschaft auf neuen Wegen

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Esslingen und der israelischen Stadt Givatayim bekamen vor drei Jahren zwei junge Männer aus der israelischen Stadt Rama die Möglichkeit, eine Ausbildung im Landkreis Esslingen als Kfz-Mechaniker zu beginnen. Edward Samarah wurde jetzt nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung bei der Autohaus Russ in Nürtingen verabschiedet.

KREIS ESSLINGEN Der Inhaber des Autohauses, Siegfried Russ, ließ es sich nicht nehmen, zum Ende der dreieinhalbjährigen Lehre seinem nicht alltäglichen Azubi für den beruflichen Werdegang alles Gute zu wünschen. Der zweite Lehrling ist aus persönlichen Gründen vorzeitig in seine Heimat zurückgekehrt.

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Das von der deutschen Botschaft, dem Landkreis Esslingen, der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und dem Autohaus Russ unterstützte Projekt soll mit dazu beitragen, dass sich durch qualifiziertes Handwerkspersonal Betriebe rund um Rama ansiedeln.

Anlässlich der Unterzeichnung der Ausbildungsverträge vor drei Jahren wies Landrat Heinz Eininger darauf hin, dass trotz der schwierigen politischen Lage in Israel mit dem Ausbildungsangebot neue Wege innerhalb der Partnerschaft gefunden wurden. Nun hat Edward Samarah seine Ausbildung als Kfz-Mechaniker mit der Prüfung an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen abgeschlossen.

Siegfried Russ sieht die Ausbildung von Edward Samarah als Vorläufer des heute vielfach diskutierten und vereinzelt schon praktizierten Splittings bei der Ausbildung. Für Serviceleiter Michael Krech, zu dessen Bereich auch die technische Ausbildung gehört, war Edward Samarah ein sympathischer und aufgeschlossener Auszubildender, der mit Interesse und Engagement seine Lehre zum erfolgreichen Abschluss gebracht hat. Der mittlerweile 21-Jährige, dessen Aufenthalt von der Firma Russ und vom Landkreis Esslingen getragen wurde, hat neben den beruflichen Fertigkeiten auch perfektes Deutsch gelernt und spricht mit Hebräisch, Arabisch und Englisch jetzt vier Sprachen.

Edward Samarah will im Betrieb seiner Eltern in Rama die erworbenen Fachkenntnisse, mit denen er eine herausragende Stellung in der elterlichen Werkstatt haben wird, nutzen.

Für Edward Samarah waren die drei Lehrjahre fern seiner Heimat in ungewohntem Klima auch eine persönliche Herausforderung, die zu bestehen war. "Nach den Sprachproblemen, die ich in der ersten Zeit hatte, fiel mir später alles leichter. Ich habe viel gelernt, viele neue Leute kennen gelernt und nachdem ich mit der Sprache klar kam, hat Arbeit und Freizeit Spaß gemacht", so das Fazit von Edward Samarah über seine Lehrzeit bei der Firma Russ.

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