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Partnersuche leicht gemacht

Fast genau wie vor 50 Jahren soll es werden, wenn die Ehepaare Holder und Engelhart am heutigen Samstag ihre goldene Hochzeit feiern können. Eine Hochzeit, damals und besonders heute der doch etwas besonderen Art.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Vor 50 Jahren gaben sich Johannes Friedrich Holder und Juliane Antonie geborene Engelhart in der Kirchheimer Ulrichskirche das Jawort und dicht daneben standen Johann Georg Engelhart und Hildegard Elisabeth geborene Holder. Getraut hat sie der Bruder von Johann Georg, Pfarrer Paul Engelhart. Er wird auch am Samstag den Gottesdienst abhalten, inzwischen halt als Pfarrer im Ruhestand. Und danach geht es ab in den "Fuchsen", um dort ein wenig im Kreis der Familie zu feiern. Vier Kinder der beiden Ehepaare, inzwischen auch fünf Enkel, und sonstige Verwandte werden dabei sein. Immerhin 32 Personen sind zum "Hochzeitsmahl" geladen.

Vor 50 Jahren waren es ein paar mehr, erinnern sich die vier Kirchheimer 60 Kuchen von drei Bäckern waren bestellt und wurden gegessen und auch der Speiseplan wird sich wohl anders lesen. Mittags gab es beim Fest den Gemischten Braten zum Mittagessen und Abends die obligatorischen Bratwürste mit Kartoffelsalat und Soße. Bei einem damaligen Stundenlohn von zwei Mark relativiert sich auch die Rechnung des Hochzeitsmahls von 1955. "Stolze" 693 Mark wurden laut vorhandener Originalrechnung hingeblättert.

Johannes Friedrich Holder und Johann Georg Engelhart waren schon von Jugend an gute Freunde und unternahmen viel miteinander. Und jeder hatte eine Schwester, bei den Engelharts hatte man sie Juliane Antonie getauft und bei den Holders Hildegard Elisabeth. Und im damaligen beschaulichen Kirchheim "sei man ja kaum aus der Innenstadt herausgekommen", und so fanden die beiden jungen Männer jedenfalls Gefallen an der Schwester des Kumpels. Johann Georg war da der etwas Schnellere, aber bald zog auch Johannes Friedrich nach. Auch die jeweiligen Elternpaare merkten schnell, dass es "gezündet" hatte, und da man sich ja kannte, stand auch der Hochzeit nichts entgegen. Schließlich hatten die zwei Männer ordentliche Berufe Mechaniker und Kfz-Mechaniker und waren bei der Feuerwehr, der beide auch 40 Jahre angehörten. Ob die Eltern allerdings wussten, dass bei einem "vorehelichen Ausflug" an den Titisee in einem Heuschober übernachtet wurde?

Auch bei der Hochzeitsreise wurde ein damals übliches Ziel angesteuert. Mit den Motorrädern, beide Freunde fuhren eine Horex, ging es an den Bodensee. Heuschober war nicht mehr, die Vier leisteten sich eine Pension.