Lokales

Party mit Musik, Theater und etwas Nostalgie

"Das Schönste im ganzen Jahr, das sind die Feste" so heißt es in einem Lied, das die Mitglieder des Aktionskreises Behinderte bei ihrem ungewöhnlichen "Jubiläum" lautstark zum Besten gaben. In Kirchheim feierten Menschen mit und ohne Behinderung bei gemeinsamen Aktivitäten, dass der Aktionskreis Behinderte seit einem Drittel Jahrhundert besteht.

KIRCHHEIM Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete ein Konzert von "Die 2wei" in der Kirchheimer Bastion. In dem urigen Kellergewölbe schufen Raphael Lindeke und Jörg Weigele mit Songs der letzten Jahrzehnte eine fröhliche Atmosphäre. Zu der mitreißenden Gitarren- und Gesangsmusik mit Liedern von den "Beatles", "Uriah Heep", "Queen" und "Maroon5" wurde getanzt und gesungen. Bereits an diesem Abend ergaben sich Begegnungen der besonderen Art. In Gesprächen frischten ehemalige Mitarbeiter und Teilnehmer gemeinsame AKB-Erlebnisse wieder auf und die Jubiläumsparty bestätigte, dass der Arbeitskreis nichts von seiner Anziehungskraft und unbekümmerten Lebensfreude verloren hat.

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Am nächsten Morgen stand bereits das nächste Highlight an: Das AKB-Stadtspiel, das mittlerweile bereits zum dritten Mal stattfand. Sechs Mannschaften beteiligten sich an der Rallye durch die Kirchheimer Innenstadt. Los ging es an der Martinskirche, wo die Startunterlagen ausgehändigt wurden. Fortan wunderte sich so mancher Einkaufsbummler über die in der Stadt verteilten zehn Stationen, die die teilnehmenden Gruppen zu absolvieren hatten. So mussten sie etwa Sonnen angeln, während sie in einem Flugdrachen hingen, einen Parcours mit einem Rollstuhl abfahren und im Schlossgraben mit Pfeil und Bogen auf "wilde Tiere" schießen.

Nebenher beantworteten die Mannschaften Fragen zu Kirchheim, etwa über wie viel Quadratkilometer Fläche sich die Teckstadt erstreckt oder welche beiden Flüsse am alten Friedhof zusammenfließen. Als besondere Aufgabe mussten die Mannschaften Kugelschreiber organisieren, da es im AKB-Büro ständig an Schreibutensilien fehlt. Die 437 gesammelten Exemplare sollen nach dem Willen des Arbeitskreises nun für das nächste Drittel Jahrhundert ausreichen.

Am letzten der drei Jubiläumstage fand in den festlich geschmückten Räumen der Kirchheimer Waldorfschule die "AKB-Geburtstagsparty" statt. Der Einladung folgten neben den aktiven Mitarbeitern und Teilnehmern auch viele Ehrengäste und Ehemalige. Begrüßt mit Luftballons, Spielstraße und Crêpes-Stand fanden sich zahlreiche Besucher am Fanshop des AKB ein, um T-Shirts zu erstehen. Ein Theaterstück bildete den Auftakt des Programms. In dem Stück wurden die vielfältigen Aktivitäten des AKB nachgespielt, von der Mitarbeitersitzung mit Planung des Jahresprogramms über Koch-, Computer- und Bastelkurse bis hin zum neuen Jugendclub. Mit dem Lied "Schön ist's im AKB zu sein", das alle Beteiligten gemeinsam sangen, endete die Vorstellung.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker würdigte in ihrer Rede das ehrenamtliche Engagement in der Behindertenarbeit. Sie lobte den AKB als eine Institution, die aus dem gesellschaftlichen Leben Kirchheims nicht wegzudenken sei. Durch Aktionen in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel die Teilnahme am Dämmerschoppen, trage der Arbeitskreis zur Integration behinderter Menschen in das "normale" Leben bei.

Die Glückwünsche der Lebenshilfe Kirchheim überbrachte Vorstandsmitglied Helga Flammer. Die Freizeitgestaltung mit geistig behinderten Menschen sei ein wichtiger Teil, den der AKB der Lebenshilfe abnehme. Mit Applaus bedachten die Anwesenden den bekundeten Willen der Lebenshilfe, auch weiterhin durch die gemeinsame Nutzungsmöglichkeit der Begegnungsstätte und eines Kleinbusses sowie die Bereitstellung eines Zivis die bewährte Unterstützung zu bieten.

Den Zivildienstleistenden gehörte der Abschluss des Jubiläumsnachmittags. In einer "Zivi-Show" blickte der AKB auf mittlerweile 25 Zivildienstleistende zurück. Bilder aus den jeweiligen Dienstzeiten lieferten einen Eindruck, wie sehr die Zivis den Arbeitskreis prägten. So klang der Nachmittag mit nostalgischen Bildern, aber auch einem Blick in die Zukunft, aus, denn der neue Zivi stellte sich der Festgesellschaft vor. Er beginnt im September seine Dienstzeit.

me