Lokales

Peers ziehen positive Bilanz

Die siebte Einheit an Fahrschulen haben die in Sachen "Suchtmittel im Straßenverkehr" ausgebildeten jungen Leute an den Fahrschulen im Landkreis Esslingen und Göppingen hinter sich. Auf gleicher Augenhöhe, mit der gleichen Sprache, mit ähnlichem Lebenshintergrund, aber mit längerer Führerscheinerfahrung setzen sich die Peers mit den Fahrschülern auseinander.

KREIS ESSLINGEN Die Bilanz ist bisher rundum positiv: Fahrlehrer, Fahrschüler und Peers (peers: engl. für "Gleiche") sind mehr als zufrieden. Seit Mai werden engagierte junge Leute im Rahmen des Peer-Projektes an Fahrschulen unter Federführung der Beauftragten für Suchtprophylaxe ausgebildet, um mit Fahranfängern an den Fahrschulen über den Umgang mit Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zu diskutieren. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen ein, diskutieren miteinander und entwickeln gemeinsam Strategien, wie man Freizeit, Feiern, Discos und Fahrzeug unter einen Hut bekommen kann, ohne sich und andere zu gefährden.

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Als Peers wurden über die Zeitungen in den Landkreisen Esslingen und Göppingen junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren geworben. Sie haben meist in ihrem Umfeld Erfahrungen gemacht, wie im Straßenverkehr unter Alkohol und Drogen gefährliche Situationen entstehen können. Fährt man bei einem Freund mit, der etwas getrunken hat, weil man eben spät abends noch nach Hause kommen will? Setzt man sich selbst trotz Alkohol- oder Drogenkonsum noch ans Steuer, weil man glaubt, noch fit zu sein? Wie schnell kommt es dabei zu Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung der Situation, wie gravierend verändern sich Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit, wie leicht wird man abenteuerlustig und risikofreudig? Hält man den Freund zurück, wenn er nicht mehr in der Lage ist zu fahren? Wo ist die Grenze, von der an es gefährlich wird?

Über 20 Fahrschulen sind in beiden Landkreisen mit dabei und 18 Peers haben mit den Einheiten in den Fahrschulen begonnen. Im nächsten Jahr sollen weitere Peers ausgebildet werden. Um ihnen eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen zu können, werden aktuell Sponsoren gesucht.

Das Peer-Projekt wird modellhaft in den beiden Landkreisen erprobt und soll 2005 landesweit vorgestellt werden. Es wird unterstützt von Sozial- und Innenministerium, Landesverband der Fahrlehrer, Landesgesundheitsamt und in den Landkreisen von der Polizei, TÜV, den Suchtberatungsstellen und der Jugend- und Drogenberatung. Weitere Informationen: Landratsamt Esslingen, Beauftragte für Suchtprophylaxe, Telefon 07 11/39 02-25 71, E-Mail: Kloes.Elke@Landkreis-Esslingen.de und Landratsamt Göppingen, Telefon 0 71 61/202-652 oder im Internet unter www.peer-projekt.de.

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