Lokales

"Peinlich genau auf Naturschutz geachtet"

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes in Lenningen wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates einstimmig angenommen. Fast alle Schutzgebietsverordnungen, mit einer Ausnahme in Schopfloch, akzeptiert die Gemeinde.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Ein klares Signal geht von der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes aus: innerörtliche Flächen werden aktiviert. In der jüngsten Sitzung des Gemeindrates stellten Christine König und Catharina Lagemann vom Büro Baldauf den Plan vor, der spätestens zu Beginn des kommenden Jahres von der Verbandsversammlung festgestellt werden soll.

So soll beispielsweise in Brucken das Gebiet "Ailen" mit 1,2 Hektar, die als gemischte Baufläche bezeichnet wird, entnommen werden. In Unterlenningen ist es die Wohnbaufläche "Erweiterung Stränglen" mit 2,7 Hektar. "Eine Bebauung erscheint wegen der Überschwemmungssituation in diesem Bereich nicht sinnvoll", sagte dazu Catharina Lagemann. Eine Neudarstellung erfahren haben in Unterlenningen die Erweiterung von Hölderlin- und Engelhofstraße sowie "Unter der Sulzburg".

Eine Verschiebung hat es bei den Sportstätten gegeben. Für Unter- und Oberlenningen sollen gemeinsam bei der schon bestehenden Halle und dem Feuerwehrgerätehaus weitere Sportflächen ausgewiesen werden, weshalb entsprechende Gebiete in Oberlenningen wieder herausgenommen wurden. Dazu zählt auch die "Umwandlung Sportgelände/Gestadacker" in Wohnbaufläche.

Die Wohnbaufläche "Klingelgraben/Tobel" mit 1,6 Hektar, wird in Oberlenningen bei den Wohnbauflächen ebenso gestrichen wie das Gebiet "Brühl" mit 1,1 Hektar bei den Gemeinbedarfsflächen. Neu dargestellt ist bei den Wohnbauflächen der "Obere Sand III". Die "Wasserwiesen" mit 300 Ar in Schlattstall werden dagegen zurückgenommen. Wie der Name schon sagt, wird auch hier wegen der Überschwemmungssituation auf eine Ausweisung verzichtet.

Neu hinzugekommen bei den Wohnbauflächen in Gutenberg ist "Brühl II" mit 1,1 Hektar. Lediglich auf Hochwanger Markung ändert sich nichts. Problematisch dürfte die Situation in Schopfloch werden. Die "Erweiterung Härtwasen" mit 2,4 Hektar, liegt am nördlichen Ortsausgang von Schopfloch. Voraussetzung für die Ausweisung des Gewerbegebiets, für das bereits Bedarf von einer ortsansässigen Firma angemeldet wurde, ist eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung. Sollte nun auch noch die Vogelschutzverordnung der EU in Kraft treten, würde es äußerst schwierig werden, dieses Vorhaben in die Tat umsetzen zu können.

"Wegen des Vogelschutzgebietes können diese Planungen nicht einfach über den Haufen geworfen werden", gibt sich Lenningens Bürgermeister Schlecht kämpferisch. Bis auf den Bereich Härtwasen habe die Gemeinde peinlich genau darauf geachtet, sämtliche Grenzen des Naturschutzes zu respektieren. "Unsere Natur ist uns schließlich wichtig", so der Schultes. Ausnahmen müssten jedoch möglich sein.

Als einen "sehr konstruktiven Prozess" bezeichnete Georg Zwingmann das Vorgehen bei dieser Fortschreibung In einer Klausursitzung hatte sich der Gemeinderat Anfang Oktober intensiv mit dieser Problematik auseinandergesetzt. "Wir sollten das Werk als Grundlage für weitere Planungen exakt so verabschieden egal, wie es mit diesem Vogelschutzgebiet weitergehen wird. Wir müssen nicht in Vorleistung treten, zumal alles recht fragwürdig erscheint und bislang jegliche fachlichen Begründungen fehlen", sagte Zwingmann.