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Personelle Weichen für die Zukunft gestellt

Der Kreisjugendring KJR Esslingen stellt personelle Weichen für die Zukunft. Mit Elisabeth Yupanqui Werner steht Geschäftsführer Kurt Spätling wieder eine Stellvertreterin zur Seite, und Adiam Andemariam hat am 1. September eine Ausbildung zur Bürokauffrau in Wendlingen begonnen. Es ist dies der erste Ausbildungsplatz beim KJR.

RICHARD UMSTADT

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WENDLINGEN Seit dreieinhalb Jahren arbeitete die Diplom-Pädagogin Elisabeth Yupanqui Werner beim Kreisjugendring Esslingen als Bildungsreferentin. "Eine fachlich sehr gute Arbeit", wie KJR-Vorsitzender, Dieter Pahlke, bei der Pressekonferenz gestern in Wendlingen lobte. Deshalb entschied sich der Vorstand des Kreisjugendrings nach einer internen Ausschreibung einstimmig für Elisabeth Yupanqui Werner als stellvertretenden Geschäftsführerin.

Dieter Pahlke begründete den notwendigen Schritt mit dem Wandel in der Gesellschaft, die der Kreisjugendring in seiner Arbeit angemessen begleiten wolle. Der KJR beschäftigt derzeit in seinen Einrichtungen rund 90 Teilzeitkräfte.

In einer Zeit, in der Jugendliche zum Teil massive Schwierigkeiten haben, eine Stelle auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu finden, will der Kreisjugendring Esslingen Zeichen setzen. Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände schuf deshalb in ihrer Geschäftsstelle im Wendlinger Bahnhof einen Ausbildungsplatz für eine Bürokauffrau, nachdem die IHK den KJR als Ausbildungsbetrieb anerkannte. Die Lehrstelle erhielt Adiam Andemariam, deren Eltern von Eritrea nach Deutschland kamen und die hier geboren ist, nach einem Praktikum.

Die junge Frau wird beim Kreisjugendring während ihrer dreijährigen Ausbildung alle Abteilungen durchlaufen, mit Schwerpunkt Buchhaltung. Sie besuchte nach der Hauptschule die zweijährige Wirtschaftsschule in Esslingen-Zell und schloss diese 2004 mit der Mittleren Reife und der Note 1,9 ab. Anschließend bewarb sie sich beim KJR um ein Praktikum, das nun in die Ausbildung zur Bürokauffrau mündete.

Elisabeth Yupanqui Werner betreute als Bildungsreferentin beim KJR verschiedene Projekte wie das Internet-Portal für Jugendliche "Romeo & Julia", das Computermobil für Frauen, sie baute das Freiwillig Soziale Jahr auf und betreute die Praktikanten, sie initiierte die Nichtraucherkampagne, bereitete Sommerlager in Obersteinbach vor und erarbeitete für den KJR Leitlinien der Integration. Während ihres Studiums in Tübingen arbeitete sie an einem Forschungsprojekt in der Jugendsozialarbeit mit. In Peru nahm die engagierte Diplom-Pädagogin an einem Entwicklungshilfeprojekt teil. Außerdem besuchte sie auch die Columbia University in New York.

Die neue stellvertretende KJR-Geschäftsführerin freut sich, in dieser Rolle ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen zu können. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, die Arbeit des Kreisjugendrings Esslingen deutlich zu machen: "Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiges Thema. Wir arbeiten an einem gemeinsamen Erscheinungsbild." Auch das Thema Integration wird die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände weiter beschäftigen: "Wir werden uns neue Ansätze überlegen." Dies sieht Kurt Spätling ebenso. Die Anforderungen an den Kreisjugendring und die offene Jugendarbeit seien gestiegen. Selbstkritisch meinte er: "Wir werden beim Thema Integration erheblich nacharbeiten müssen." Gefragt sei der KJR auch beim "Übergang Schule Beruf" und im Freizeitbereich. Der Geschäftsführer äußerte sich mit Blick auf seine Stellvertreterin erfreut darüber, jemanden in Grundsatzfragen zu haben.

Der Diplom-Pädagogin ist es wichtig, weiterhin eng mit der Fachhochschule für Sozialarbeit in Esslingen zusammenzuarbeiten. Sie will verstärkt auf die Verbindung von Theorie und Praxis achten und denkt an weitere Projekte.

Die Stelle des Vize-Geschäftsführers war seit drei Jahren vakant. Der Posten einer Bildungsreferentin beziehungsweise eines Bildungsreferenten wird neu ausgeschrieben.