Lokales

Perspektiven für ÖPNV

Das Thema "Perspektiven für den ÖPNV in Kirchheim" stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Kommunalpolitik der CDU Kirchheim. Dabei empfahlen Nahverkehrsexperten den Kommunalpolitikern, rechtzeitig in die Verkehrslinienplanung einzusteigen.

KIRCHHEIM Der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes, Josef Schneider, würdigte in seinem Eingangsreferat die bereits gute Anbindung Kirchheims an das Streckennetz der Deutschen Bahn AG, die sich durch eine hohe Zahl an Verbindungen nach Stuttgart, ein verbessertes Angebot in den Abendstunden und am Wochenende sowie durch eine gute Integration in den VVS auszeichne.

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Dieses Angebot wird nach Einschätzung aller Teilnehmer eine Abrundung mit der geplanten S-Bahn-Verlängerung nach Kirchheim finden, da durch die Marke S-Bahn und die direkte Anbindung nach Stuttgart mit einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen und einem Imagegewinn für die Stadt zu rechnen sei. Apostolos Milionis äußerte die Hoffnung auf eine weitere Verbesserung des Nahverkehrsangebots abends sowie auf weniger Ausfälle und eine höhere Pünktlichkeit.

Die S-Bahn-Verlängerung wird jedoch Auswirkungen auf die Verknüpfung mit der Teckbahn und dem Busverkehr haben. Der Lenninger Nahverkehrsberater Hartmut Jaißle führte hierzu aus, dass auf Grund des fixen S-Bahn-Fahrplans die Zugkreuzungen nicht mehr wie bisher in Kirchheim, sondern künftig in Wendlingen stattfänden. Der größeren Zeitspanne zwischen der Ankunft der Züge aus und der Abfahrt nach Stuttgart müsse entweder durch einen Taktwechsel des Anschlussverkehrs um die Mittagszeit oder veränderte Anschlusszeiten begegnet werden. Dadurch ergäben sich wiederum Rückwirkungen auf die Verflechtung der Buslinien untereinander.

Schneider und Jaißle betonten gemeinsam, dass die Kommunalpolitik bereits frühzeitig in die Verkehrslinienplanung für die Zeit nach der S-Bahn-Verlängerung nach Kirchheim einsteigen müsse. Neben einer verbesserten Nahverkehrsanbindung von bisher eher vernachlässigten Teilen Kirchheims wie der Kitteneshalde und der Paradiesstraße bietet die S-Bahn auch den Umlandgemeinden die Chance auf Verbesserung des ÖPNV-Angebots. Da im Zuge des Neubaus der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm die Bahnstrecke Kirchheim-Weilheim für den Baustellenverkehr reaktiviert werden soll, bietet sich eine weitergehende Nutzung dieser Trasse auch für den Personenverkehr an.

Der Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann verwies in diesem Zusammenhang auf die Entlastungswirkung für die Kreisstraße zwischen Kirchheim und Weilheim, die eine der am dichtest befahrenen im Landkreis Esslingen ist. Auch der Ausbau der Teckbahn bis ins Lenninger Tal müsse weiterhin verfolgt werden.

Um noch mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen, schlug Ute Hepperle-Gerscht ein verbessertes Marketing vor. So müssten die Verkehrslinien und die Tarife den Bürgern transparenter gemacht werden. Als ersten Schritt in diese Richtung sahen die Teilnehmer die Einrichtung einer Fahrplanauskunft sowie Links zur Deutschen Bahn und zum VVS im Internetauftritt der Stadt Kirchheim.

Des Weiteren sollte die Stadt, ähnlich wie bereits andere Regionen, eine eigene Broschüre erstellen, in der den Bürgern die Verkehrslinien, Tarife und einige Sehenswürdigkeiten kurz und übersichtlich dargestellt werden. Weitere Maßnahmen werden in einer freundlicheren Gestaltung und erhöhten Sauberkeit der Bahnhöfe sowie verbesserten Hinweisen auf die Anbindung an die Stadt gesehen.

pm