Lokales

Pfingstmontag retten

"Zu Tausenden" sollten Christen am Pfingstmontag zusammenkommen, appellierte Pfarrer Wilfried Veeser beim jüngsten Treffen des Forums "55plus" im Dettinger Gemeindehaus. Nur so könne verhindert werden, dass der Feiertag künftig wegfalle.

DETTINGEN "Die Kirche sollte an Pfingsten ein Fest für alle Generationen feiern", forderte der evangelische Diakon Jochen Stahl beim Forum "55plus". Das Thema hatte Pfarrer Wilfried Veeser vorgegeben. Er beschrieb in seinem Vortrag die Traditionen des Pfingstfestes. Sein Fazit: "Wenn wir als Kirche in Traditionen verharren und den Tag nicht mit Leben füllen, werden wir so befürchte ich nach dem Wegfall des Buß- und Bettages auch die Abschaffung des Pfingstmontags in unserem Bundesland nicht verhindern können." Schließlich hätten Politiker auf allen Entscheidungsebenen ein feines Gespür dafür, wie viel den Menschen ein Feiertag wert ist.

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"Warum wird eigentlich nur über die Abschaffung kirchlicher Feiertage und beispielsweise nicht über den 1. Mai diskutiert", konterte ein Zuhörer erbost. Pfarrer Veeser räumte ein, die Kirche und die ihr zugehörigen Christen müssten sich selbstkritisch an die eigene Nase fassen. "Wenn wir zu Tausenden an Pfingstmontag zusammenkommen würden, wäre eine solche Diskussion auch für der Kirche fern stehende Menschen kein Thema. Wir müssen uns fragen, wie wichtig uns selbst der zweite Feiertag am Geburtstagsfest der christlichen Kirche ist", gab Wilfried Veeser zu bedenken.

Die Kirchengemeinden sollten über neue Formen von Festen und persönlicher Begegnung nachdenken, nachdem der zunächst dem Pfingstfest zugehörige Maibaumhock zu einem meist weltlichen Fest umgestaltet wurde, an dem die Kirche außen vor bleibe.

pm