Lokales

Pflanzen sind Vitamine für die Seele

Gemalt sind sie auf alten Tassen, in Öl auf Leinwand, gestickt auf Tüchern und Beuteln, in allerlei Motiven auf Kunstkarten. Selbst in Essig und Öl sind sie zu finden die Veilchen, denen die Landfrauen auch heuer wieder voller Sehnsucht nach dem Frühling huldigten.

NEIDLINGEN Seit 1992 wird gefeiert und in den zurückliegenden Jahren hat man sich über das "herzig Veilchen", das in der Kunst, in der Musik und in der Literatur von der Antike bis in die heutige Zeit geschätzt wurde und immer noch wird, viel Wissen angeeignet.

Anzeige

Auf den Tischen dufteten in verschiedenen Farbskalen und liebevoll in Zinngefäßen dekoriert Veilchen um die Wette. Das Auge konnte sich an der Vielfältigkeit der Blautöne erfreuen. Wer weiß schon, dass in der Aromatherapie Veilchen als beruhigend gelten und Veilchen-Parfüm helfen soll, sich zu erinnern?

In dieser frühlingshaften Atmosphäre konnte Vorsitzende Ulrike Brauen die vertraute Runde der Landfrauen sowie die Referentin Beate Pospischil mit dem zu dem Nachmittag sinnigen Thema "Vitamine für die Seele" willkommen heißen. Das kommunikative Ritual, das sich an diesem Nachmittag entwickelt hat, machte deutlich, wie nötig der menschliche Körper Vitamine für ein gutes Arbeiten benötigt. Dieses Ziel lässt sich heute weitgehend über ein ernährungsbewusstes Verhalten erreichen. Dass aber die Seele, "das feinste Zentrum im Körper", so die Referentin, ebenfalls eine ausreichende Vitaminversorgung verlangt, berücksichtigen wir Menschen weitgehend nicht.

Für einen liebenswerten Umgang im Alltag ist das "Vitamin A" verantwortlich, das für den Wert einer guten Atmosphäre um den Menschen steht und hier geizte Pospischil nicht mit ihrem persönlichen Urteil: "Beim Betreten des Raumes und beim Empfang habe ich diese wohltuende Atmosphäre gespürt und meine Seele baumeln lassen." Atmosphäre schaffen kann auch heißen: stille sein, Zeit haben für die Familie im weiten Sinn, sich aussprechen können, füreinander da sein. Das Ausspannen und Auftanken bei diesem.

Landfrauenbeisammensein gehört dazu wie das Atem holen, es will vermeiden, dass es "eng" wird. Das "B" bedeutet, Beziehungen pflegen und Beten, das befreit und immer wieder Kraft gibt. Ohne das Vitamin "L" (Liebe) kommt die Seele gar nicht aus. "Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung", so die Referentin für das Vitamin "D". Danken, Denken, Nachdenken wurde eingehend beleuchtet und das "Danke" für die schönen Veilchen bei der nachmittäglichen Zusammenkunft wurde deutlich angesprochen. Ein "Danke" zu empfangen macht fröhlich! Und wie viel Grund gibt es doch, um zu danken und wie wird dies praktiziert? Die Vitamine "S" und "M" stehen für Singen und Musik. Singen ist Gymnastik und Balsam für die Seele. Wenn keine "Vitamine F" eingenommen werden, keine Freude und keinen Frieden, kann dies krank machen, ebenso wie das fehlende "Vitamin V", das für die Vergebung steht. "M und H" sind wichtige Stoffe, denn ohne Mut und Hoffnung lässt sich heute im Alltag wenig bewegen. Für Christus steht das "geistliche Vitamin C", das der Seele Ruhe, Gelassenheit, Geborgenheit, Gemeinschaft und Halt schenkt. Die Referentin hinterließ den Wunsch an die Anwesenden, dass all die genannten Kostbarkeiten in der Form der "Vitamine" jedem Menschen gut tun, so er sie denn mit Achtung und bewusst lebt. Dieses Wissen in der richtigen Dosis auf- und einzunehmen war der Wunsch und das anerkennende Dankeschön durch Ulrike Braun.

rr