Lokales

PKK-Anhänger sitzt in Haft

Drei bereits mehrere Jahre zurückliegende Brandanschläge in Weilheim, Kirchheim und Nürtingen konnten Beamte der Esslinger Kripo nach einem DNA-Treffer aufklären.

KREIS ESSLINGEN Ein 26-jähriger Türke ist dringend tatverdächtig, im Februar 1999 mit einem Molotowcocktail eine Gaststätte in Weilheim in Brand gesetzt und Sachschaden in Höhe von zirka 5000 Euro verursacht zu haben. Der Mann hat zwischenzeitlich drei Taten gestanden und befindet sich in Untersuchungshaft.

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In der Nacht zum 17. Februar 1999 waren im Kreis Esslingen drei Brandanschläge auf türkische Einrichtungen verübt worden. Diese Straftaten standen offensichtlich in Zusammenhang mit der zwei Tage zuvor erfolgten Festnahme des PKK-Führers Öcalan. Auf Grund der Tatbegehung konnte von Anfang an davon ausgegangen werden, dass es sich in allen drei Fällen um dieselben Täter handelte.

In dieser Nacht warfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail durch ein Fenster im Erdgeschoss in eine türkische Gaststätte in der Bissinger Straße in Weilheim. Der Brandsatz setzte sofort das Inventar des Lokals in Brand. Im Gebäude hielten sich zur Tatzeit elf Personen auf, die sich aber glücklicherweise alle ins Freie retten konnten und unverletzt blieben.

Über einen DNA-Treffer ergab sich dann ein Tatverdacht gegen den 26-jährigen Türken aus Stuttgart. Durch umfangreiche und sehr zeitintensive Ermittlungen im Umfeld des Verdächtigen konnte dieser Verdacht dann erhärtet werden. Ein am Tatort in Weilheim aufgefundenes Feuerzeug und der routinemäßige Abgleich mit den Daten des Mannes wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Er hat dann zunächst den Brandanschlag in Weilheim zugegeben, worauf im August Haftbefehl gegen den 26-Jährigen erlassen wurde. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen konnten ihm auch die beiden anderen in dieser Nacht verübten Brandanschläge nachgewiesen werden. An die Hauswand des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Kirchheim waren damals zwei Molotow-Cocktails geworfen worden. Die Brandsätze erloschen allerdings von selbst, weshalb nur geringer Schaden entstanden war. Das Vereinsheim des türkischen Kulturvereins in der Plochinger Straße in Nürtingen war mit sieben Brandsätzen beworfen worden. Zwei davon durchschlugen ein Fenster im Erdgeschoss und konnten von den dort anwesenden Personen gelöscht werden. Verletzt worden war glücklicherweise niemand.

Der 26-jährige Türke hat zwischenzeitlich auch diese beiden Taten eingeräumt. Er war zur damaligen Zeit Anhänger des Jugendverbandes der PKK. Darin lag auch die Motivation für die von ihm verübten Brandanschläge. Der Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter und bereits mehrfach wegen verschiedener Straftaten aufgefallen. Im Jahr 1999 wurde er wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz, Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die schließlich auf Bewährung ausgesetzt worden war. Im Rahmen der Ermittlungen zu diesen Straftaten war er auch erkennungsdienstlich behandelt worden.

lp