Lokales

Planungsbüro soll Studie erstellen

Bedrückend ist die finanzielle Lage der Kommunen, auch die der Gemeinde Neidlingen. Dies war wieder in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zu hören.

RENATE SCHATTEL

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NEIDLINGEN Um Haushaltslöcher zu stopfen, haben sich Verwaltung und Gemeinderat zusammen mit dem Planungsbüro mquadrat M. Mezger Gedanken gemacht, neues Bauland zu erschließen und/oder schon bestehendes Bauland zu erweitern, sodass im Falle eines Verkaufs Geld in die leere Gemeindekasse gespült würde. Da in Neidlingen aber nicht rücksichtslos lukrative Bauvorhaben ausgeführt werden, ohne eine nachhaltige und zukunftsfähige städtebauliche Entwicklungsplanung mit zu berücksichtigen, beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, das Planungsbüro mquadrat zu beauftragen, eine Studie der Flächennutzungs- und städtebaulichen Entwicklungsplanung im Außenbereich zu erstellen.

In einem Kostenrahmen von knapp 10 000 Euro wird das Planungsbüro verschiedene Außenbereiche der Gemeinde zur Baulandgewinnung und Erschließung prüfen und unter dem Aspekt der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit und Vermarktungsmöglichkeit vorantreiben. Die Gebiete im Bereich Neuer Friedhof, Schießhütte und im Bereich Bergstraße werden daraufhin untersucht, wie viele Häuser auf der Fläche unterzubringen sind, wie die verkehrliche Anbindung funktioniert, welcher Lärmschutz nötig ist, welche Grünstrukturen zu erhalten sind, wie viel die Ver- und Entsorgung kosten und welche Natur- und Landschaftsbewertungen nötig sind. Neben der Ausweisung von neuem Bauland beschäftigten sich Verwaltung und Gemeinderat auch mit der Erweiterung des Bebauungsplans Leerwasen in einer ersten Planungsphase.

Das Büro mquadrat hatte hierzu schon zwei Planungsalternativen erarbeitet, die Gemeinderat Karl Drexler um eine diskutable dritte Variante ergänzt hatte. Angesichts der bevorstehenden Bebauung auf dem Platz zwischen Lerchenstraße und Schützenhaus war eine ungewöhnlich große Schar von interessierten Zuhörern in die Gemeinderatssitzung gekommen. Zuhörerschaft beziehungsweise eine diskussionsfreudige Öffentlichkeit wünscht sich Bürgermeister Rolf Kammerlander auch und stellte den Beschlussantrag, dass die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit in Form einer einmonatigen Planauflage mit Gelegenheit zur Äußerung und zur Erörterung der Planung durchgeführt wird. Der schon in der Sitzung produktiv diskutierende Gemeinderat stimmte, mit einer Gegenstimme, dem Antrag zu.

Nun liegt der Bebauungsplan Leerwasen auf dem Rathaus aus und kann von allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde begutachtet werden. Verbesserungsvorschläge, Bedenken und gute Ratschläge werden von Rat und Verwaltung dabei erhofft. "Jetzt haben die Nachbarn die Möglichkeit, Stellung zu beziehen, alles muss auf den Tisch", sagte Bürgermeister Kammerlander mit Nachdruck.

Planungsingenieur Mezger machte deutlich, dass es dringend nötig sei, in der ersten Planungsphase mit dem Schützenverein Kontakt aufzunehmen und ein Lärmgutachten wegen des Schützenhauses in Auftrag zu geben. Die verschiedenen Möglichkeiten der Erschließungsstraßen wie die Falkenstraße, die Alte Steige und der Feldweg müssen geprüft werden ebenso wie die Wirtschaftlichkeit des ganzen Unternehmens. "Entscheidend für die Planung ist doch, wie die Gemeinde zu Einnahmen kommen kann", rückte Bürgermeister Rolf Kammerlander das primäre Ansinnen wieder in den Vordergrund.

Noch weniger Einnahmen als im Vorjahr brachte der Körperschaftswald Neidlingen und wies, wie auch schon in den Jahren zuvor, einen Zuschussbedarf aus, der mit 7000 Euro nochmals über dem Abmangel der Vorjahre liegt.

Die prekäre Haushaltslage der Gemeinde Neidlingen wird den zukünftigen Bürgermeister noch über Jahre beschäftigen. Vielleicht liegt es auch an dieser schlechten Situation, dass sich außer dem bisherigen Amtsinhaber Bürgermeister Rolf Kammerlander nur Dauerbewerber Werner Tereba auf die Bürgermeisterstelle beworben hat. Dieser und Rolf Kammerlander stellen sich laut Gemeinderatsbeschluss am 25. November der Öffentlichkeit in einer Podiumsdiskussion in der Reußensteinhalle vor. Die Bürgermeisterwahl selbst findet dann am 4. Dezember 2005 statt.