Lokales

Plastiken bestimmen öffentlichen Raum

WENDLINGEN Die Galerie der Stadt Wendlingen zeigt vom 19. August bis 3. Oktober Modelle - Zeichnungen - Collagen des Künstlers Franz Bernhard. Es gibt kaum einen Künstler, der mit seinen monumentalen Figuren so den öffentlichen Raum deutscher Städte bestimmt wie Franz Bernhard.

Anzeige



Seine Großplastiken stehen zum Beispiel in Stuttgart in der Nähe des Landtags, in Karlsruhe vor dem Kernforschungszentrum und dem Staatstheater, in Konstanz vor der Universität, sie stehen in Nürtingen auf dem Gelände der Sammlung Domnick, aber auch in Heidelberg, in Ulm, in Lörrach, ebenso in Berlin, Hamburg, Brüssel und Moskau.



Die Galerie der Stadt Wendlingen zeigt einige Modelle dieser Großplastiken im Maßstab 1:10. Die Aufstellung der Marbacher Liegenden vor dem Schiller Nationalmuseum in Marbach am Neckar wurde in einer umfangreichen Fotoserie von Lucia Bernhard, der Ehefrau des Künstlers, dokumentiert. Diese Fotodokumentation sowie das Modell dieser Plastik sind ebenfalls in der Wendlinger Galerie Weberstraße zu sehen.



Ergänzend zu den Plastiken zeigt die Wendlinger Galerie auch Zeichnungen und Collagen des Künstlers, die zwar mit den Großplastiken eine gewisse Verwandtschaft erkennen lassen, aber dennoch eigenständige Kunstwerke sind.



Alle Arbeiten von Franz Bernhard sind von einer gekonnten Einfachheit und einem anthropomorphen Charakter, das heißt, sie leiten sich stets von der menschlichen Figur ab. Bernhards Werk folgt damit der Tradition der klassischen Bildhauerei, deren Mittelpunkt der menschliche Körper ist, auch wenn seine Schöpfungen durch ihre strenge Abstraktion letztlich weit davon entfernt zu sein scheinen.



Etwa ab 1969 ergänzt und ersetzt Bernhard bei seinen Plastiken das bisher von ihm bevorzugte Material Holz durch Eisen.



Franz Bernhard wurde 1934 in Neuhäuser (Nové Chalupy) in den südlichen Sudeten geboren. Von 1959 bis 1966 studierte er an der Kunstakademie in Karlsruhe Bildhauerei. Seine Lehrer waren Wilhelm Loth und in der Werkklasse Fritz Klemm. Franz Bernhard wurde für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in dem vorderpfälzischen Dorf Jockgrim.



Die Vernissage zur Ausstellung von Franz Bernhard findet am Mittwoch, 18. August, um 19.30 Uhr statt. Dazu sind alle Interessierten in die Galerie der Stadt Wendlingen, Weberstraße 2, eingeladen.



Ulrike Sumalvico vom Galerieverein wird die Gäste begrüßen und Thomas Brandt, Leiter des Kunstforums Alte Post Neuss, wird in die Ausstellung einführen. Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgen Martina Dorn, Oboe, und Oliver Hasenzahl, Fagott.