Lokales

„Platt aber überglücklich“

Johannes Züfle erreicht mit 62,16 Prozent der gültigen Stimmen die absolute Mehrheit

Die Weilheimer Bürgerschaft hat nicht nur erfreulich intensiv gewählt, sondern sich auch schon im ersten Wahlgang klar entschieden. Die Nachfolge von Bürgermeister Hermann Bauer tritt Johannes Züfle an. Der derzeitige Ortsvorsteher von Jesingen konnte mit 62,16 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen die erforderliche absolute Mehrheit auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,94 Prozent.

Wolf-Dieter Truppat

Weilheim. Das große Interesse daran, wer die Nachfolge des nach immerhin 37 Amtsjahren seinen Platz im neu gebauten Weilheimer Rathaus zur Verfügung stellenden Bürgermeisters Hermann Bauer antreten soll, war beeindruckend. Schon bei der offiziellen Vorstellung der beiden Kandidaten in der Limburghalle mussten viele Besucher mit Stehplätzen Vorlieb nehmen. Auch im Weilheimer Rathausfoyer, in dem für die vielen dicht bei dicht stehenden interessierten Weilheimer Bürgerinnen und Bürger per Beamer schon erste Auszählungsergebnisse an die Wand geworfen wurden, gab es gestern Abend fast kein Durchkommen mehr.

Schon fünf Minuten vor dem mit 18.45 Uhr höchst präzise angekündigten Ende der Auszählzeit konnte sich Bürgermeister Hermann Bauer seinen Weg durch die versammelte Menschenmenge bahnen und das offizielle Endergebnis der Weilheimer Bürgermeisterwahl verkünden.

Der beim gestrigen „Public Viewing“ im Weilheimer Rathausfoyer schon lange erkennbare Trend des möglichen Wahlergebnisses wurde von dem lang gedienten Rathauschef und Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses dann auch offiziell bestätigt und mit aktuellen Zahlen belegt. Der 28-jährige Diplom-Verwaltungswirt und Jesinger Ortsvorsteher Johannes Züfle konnte sich danach mit 62,16 Prozent der gültigen Stimmen, die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit, sichern.

Johannes Züfles Mitbewerber, der 38-jährige Diplom-Verwaltungswirt Matthias Ruckh, der im Nürtinger Stadtteil Raidwangen tätig ist und im Jahr 2007 zusätzlich auch noch mit der Vertretung von Reudern betraut wurde, erhielt bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in Weilheim 37,66 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Nach dem gestern Abend von Bürgermeister Hermann Bauer bekannt gegebenen vorläufigen Wahlergebnis entfielen außerdem 0,18 Prozent der Stimmen auf „Sonstige“. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,94 Prozent.

Unter dem Applaus der vielen im Rathaus versammelten Besucher gratulierte Bürgermeister Hermann Bauer seinem Nachfolger Johannes Züfle und wünschte ihm „Kraft, Stehvermögen und eine glückliche Hand“. Nachdem er beiden Kandidaten bestätigt hatte, dass sie sehr engagiert und gut vorbereitet ins Rennen gegangen seien, beklagte er sich gut gelaunt darüber, dass die Weilheimer Bürgermeister immer älter würden. Schließlich sei sein Vorgänger, Bürgermeister Georg Kandenwein, bei seinem Amtsantritt erst 25 Jahre alt gewesen, er selbst gerade einmal 26 Jahre, Johannes Züfle dagegen immerhin schon 28 Jahre alt.

Der strahlende Wahlsieger Johannes Züfle bedankte sich im Weilheimer Rathausfoyer bei seinen vielen versammelten Wählerinnen und Wählern für den so eindrucksvoll gewährten Vertrauensvorschuss. Ganz besonders herzlich dankte er aber auch seinem Mitbewerber für einen sehr fairen Wahlkampf in einem „offenen Rennen“ um die Nachfolge von Hermann Bauer.

Während der Wahlsieger Johannes Züfle offen eingestand, dass er „platt aber überglücklich“ sei, lud Bürgermeister Hermann Bauer die vielen Besucher dazu ein, noch etwas zu verweilen. Das ergab sich aber ganz von selbst, denn die lange Reihe derer, die Johannes Züfle zu seinem klaren Wahlsieg auch noch ganz persönlich gratulieren wollten, sorgte gestern für deutlich verlängerte Öffnungszeiten im Weilheimer Rathaus.

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