Lokales

„Politiker aus Überzeugung – nicht aus Eigeninteresse“

Nachruf auf den langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Fritz Hopmeier

Der frühere Landtagspräsident und langjährige CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Fritz Hopmeier ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Beuren verstorben.

Dr. Fritz Hopmeier, CDUNachruf NekrologArchivfoto 1992
Dr. Fritz Hopmeier, CDUNachruf NekrologArchivfoto 1992

Beuren. „Mit ihm verliert das Land Baden-Württemberg einen aufrichtigen Politiker und außergewöhnlichen Menschen, der sich um unser Land und den Landtag große Verdienste erworben hat“, sagt Landtagspräsident Guido Wolf. Als Parlamentarier mit Leib und Seele habe sich Hopmeier über Parteigrenzen hinweg Respekt und Anerkennung verschafft. Gerade als Landtagspräsident habe er Weitsicht, Tatkraft und Entschlossenheit bewiesen.

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24 Jahre lang – von 1972 bis 1996 – gehörte der promovierte Jurist und Notar dem baden-württembergischen Landtag an: Zunächst vertrat er den Wahlkreis Esslingen II und ab 1976 den Wahlkreis Kirchheim. Das Amt des Landtagspräsidenten bekleidete Hopmeier von 1992 bis 1996. Zuvor war er von 1988 bis 1992 stellvertretender Präsident des Landtags. Von 1980 bis 1988 war er darüber hinaus stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender.

Hopmeier trat 1959 den Christdemokraten bei. Viele Jahre war er Stadtrat in Esslingen und im Kreistag. Von 1966 bis 1972 war er CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Er besaß die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und war Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. Dieses erhielt er 1988 von Ministerpräsident Lothar Späth überreicht.

„Bürgernah, integer und einigermaßen intelligent“ sollten Politiker sein, hatte Hopmeier in einem Interview auf die Frage geantwortet, welche drei Eigenschaften für dieses Berufsbild typisch wären. Allen drei Vorstellungen war er selbst all die Jahre gerecht geworden – geleitet von seiner Einstellung, „Politiker aus Überzeugung“ und nicht aus Eigeninteresse zu sein.

Entscheidungen nahm Hopmeier gerne selbst in die Hand – vor allem dann, wenn sie den eigenen Lebensweg betroffen haben. Also hat er auch selbst entschieden, wann es mit der aktiven Politik genug sein sollte: 1996 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für das baden-württembergische Landesparlament. „Es ist gut, rechtzeitig aufzuhören“, hatte er sich damals gesagt und diese Einstellung dann auch konsequent in die Tat umgesetzt.

In der CDU-Fraktion sei er „fürs Grobe“ zuständig gewesen, plauderte Hopmeier einmal aus dem Nähkästchen. Trotz dieses „Auftrags“ legte er durchweg eine scharfzüngige Geschliffenheit an den Tag. Konstante Hartnäckigkeit sollte zum Ziel führen – nicht grobes Poltern. Der Parlamentarier machte sich einen Namen als teilweise scharfzüngiger Debattenredner.

Hopmeier wurde am 8. Januar 1930 im bayerischen Wolfratshausen geboren. In Erlangen und Freiburg studierte er Rechtswissenschaften. 1962 eröffnete er eine eigene Anwaltspraxis in Esslingen. 1981 wurde er zugleich Notar im Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart.

Im Landtag von Baden-Württemberg gehörte er einer ganzen Reihe von Ausschüssen an, darunter auch als stellvertretender Vorsitzender dem Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Vorfälle in Stuttgart-Stammheim. In fünf Wahlperioden fungierte er als rechts- und verfassungspolitischer sowie als wirtschaftspolitischer Sprecher. Fragen der Rechts- und Verfassungspolitik, des Parlamentsrechts der Wirtschafts-, Mittelstands- und Verkehrspolitik, des Datenschutzes und der inneren Sicherheit waren sein Metier. tb/pm