Lokales

Polizei musste Negativbilanz ziehen

Eigentlich sollte der Jahreswechsel besinnlich gefeiert werden. Leuchtende Raketen und Böller gehören allerdings auch dazu. Doch die Besinnlichkeit kam vielerorts einfach zu kurz. So konnte sich die Polizei des Landkreises in der Silvesternacht nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Sie wurde zu einer Vielzahl von Streitereien, Körperverletzungen, Unfällen und auch Bränden gerufen.

RUDOLF STÄBLER

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KREIS ESSLINGEN Einen friedlichen Start in das Jahr 2006 feierten sicherlich sehr viele Bürger im Kreis, aber auch bei diesem Jahreswechsel gab es wieder die bedauerlichen Begleiterscheinungen. Streitereien und Körperverletzungen, meist hervorgerufen durch übermäßigen Alkoholgenuss. Da haben sich sicherlich viele Zeitgenossen das Wort "Prosit" einfach zu oft zugerufen.

Keine zehn Minuten war der Neujahrsmorgen alt, da gerieten in Neuhausen zwei junge Männer in Streit, weil der eine einen Kracher in die Richtung des anderen geworfen hatte. Im Verlauf des Streites schlug ein 17-Jähriger seinem Kontrahenten einen Zahn mit einer Flasche aus. Seine Flucht half ihm allerdings nicht. Er wurde schnell von der Polizei aufgegriffen.

Wenig später geriet in Echterdingen ein Familienvater mit mehreren Jugendlichen in Streit, weil diese Feuerwerkskörper auf ihn und seinen 8-jährigen Sohn geworfen hatten. Der Mann schoss anschließend mit einer Schreckschusspistole auf die Jugendlichen und zum Abschluss setzte es auch noch eine Ohrfeige.

Das "Tagebuch" der Ordnungshüter war aber damit noch lange nicht gefüllt. So brach in einer Garage in Echterdingen ein Brand aus. Die Garage, ein darin abgestellter Golf und ein Traktor brannten total aus und so einstand ein Sachschaden von rund 70 000 Euro. Da hieß es auch für die Feuerwehrleute die Silvesterparty zu verlassen. 46 Einsatzkräfte eilten zum Brandort. In Sachen Brandursache kann die Polizei nicht ausschließen, dass der Brand durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde.

In Wernau wurde der Polzei dann auch noch ein brennender Baum gemeldet. Dieser war durch ein in der Nähe gezündetes Feuerwerk in Brand geraten. Auch hier mussten elf Feuerwehrleute ihre Silvesterfeier verlassen.

Gegen 1.50 Uhr prallte schließlich auf der Kreisstraße zwischen Jesingen und Ohmden der Fahrer eines Mercedes die Polizei vermutet Eisglätte in die Leitplanken. Der Fahrer flüchtete zwar, aber er hatte wohl übersehen, dass an der Unfallstelle eine Stoßstange und das Kennzeichen des Unfallfahrzeuges zurückgeblieben sind. Die entsprechenden Ermittlungen wurden von der Polizei aufgenommen.

Streitigkeiten gab es auch in Reichenbach. Mehrere Jugendliche warfen Feuerwerkskörper auf eine auf der Straße stehende Familie. Ein 15-Jähriger verweigerte gegenüber den Polizeibeamten die Angabe seiner Personalien und beleidigte zudem noch die Beamten. Als er deshalb vorläufig festgenommen wurde, wehrte er sich. Da beginnt für ihn das Jahr 2006 gleich recht gut: Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Der rabiate junge Mann wurde schließlich seinen Eltern übergeben.

In Wendlingen prallte ein 43-Jähriger mit seinem Fahrrad gegen einen geparkten Pkw und flüchtete anschließend. Der Mann wurde jedoch von einer Polizeistreife gestellt. Da er erheblich unter Alkoholeinwirkung stand, wurde bei ihm eine Blutprobe veranlasst. Seinen Rausch durfte er dann anschließend in einer Zelle der Polizei ausschlafen. Ebenfalls bei der Polizei übernachten durfte ein 37-Jähriger. Er war auf einer Silvesterparty und ging auf andere Besucher los. Da die Wirkung des Alkohols deutlich zu erkennen war, schlief auch er die Nacht auf "Nummer sicher".

Zu einem Verkehrsunfall wurde die Polizei in Neckartenzlingen gerufen. Eine 32-Jährige prallte mit ihrem BMW vermutlich wegen eines Fahrfehlers und Alkoholeinwirkung gegen ein Geländer und flüchtete anschließend mit ihrem Auto. Sie wurde schließlich in ihrer Wohnung von Polizeibeamten angetroffen und musste sich einer Blutprobe unterziehen. Ihren Führerschein konnten die Beamten nicht einziehen, da die Frau schon längere Zeit keinen mehr besitzt.

Einen schlechten Start in das neue Jahr hatten auch die Besitzer eines Einfamilienhauses in Aichtal-Neuenhaus. Als sie gegen 3 Uhr am Morgen nach Hause kamen, mussten sie feststellen, dass sich Einbrecher gewaltsam Zutritt in das Haus verschafft hatten. Dort durchsuchten die Ganoven alle Räume und erbeuteten mehre 100 Euro Bargeld.