Lokales

Polnische Wirtschaft einmal auf Schwäbisch

KIRCHHEIM "Guade Lüge lebet länger" So heißt das neue Stück der Städtleskomede Neuffen, das am 8. Oktober in der Neuffener Stadthalle Premiere hatte.

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Nicht alle Theatergeher möchten sich als Freund von sogenanntem Mundarttheater "outen". Landläufig verbinden viele mit dem Begriff Dialekttheater lediglich schenkelklopfende Bauernstücke mit tumben Dialogen und Handlungen. Aber auch die im TV so überreichlich angebotene Spaß-um-jeden-Preis-Comedy ist nicht jedermanns Geschmack.

An die Zuschauer, bei denen das Lachen im Vordergrund steht, die aber Qualität nicht vermissen möchten, richtet sich die Städtleskomede Neuffen. Das etwas andere Dialekttheater zeigt seit über 20 Jahren fetzige Komödien und Boulevardstücke, aber immer in der Sprache, in der sich die Amateure hier zu Lande am besten ausdrücken können, in schwäbisch!

Was aber nicht heißen soll, dass nur Leute mit "Schwäbisch-Grundkenntnissen" die Pointen verstehen können. Und doch blickt die Truppe unter der Regie von Thomas Oser in diesem Jahr zum Teil auch sprachlich über den "Linsen-mit-Spätzle-Tellerrand" hinaus. Die zum großen Teil schon jahrelang aktiven Theatermacher haben sich für das Stück "Polnische Wirtschaft" von Bernd Gombold entschieden. Weil aber zum schwäbischen Theater ein schwäbischer Titel gehört, wurde einfach der Untertitel "Guade Lüge lebet länger" schwäbisch übersetzt.

Kurz zum Inhalt, sozusagen als kleiner Appetithappen: Manfred und Michaela Müller haben's nicht leicht, ihre Autowerkstatt läuft mehr schlecht als recht, obwohl sie gemeinsam mit dem polnischen Schwarzarbeiter Kasimir Tag und Nacht arbeiten. Dabei stört nicht einmal der verrückte Erfinder Mathias, der bei ihnen wohnt. Mit einem Kredit und dem anliegenden Grundstück, das der Gemeinde gehört, könnten sie erweitern und ihren Betrieb sichern. Leider achten Bankdirektor Profitlich und die Bürgermeisterin nur auf ihren eigenen Vorteil. Diese beiden werden recht hellhörig, als sie durch eine Verwechslung annehmen müssen, bei Müllers sei der ganz große Reibach mit einer sensationellen Erfindung zu machen. Das zu verhindern und den Müllers zu ihrem Glück zu verhelfen, treten sogar die polnischen Tanten Olga und Stanislava auf. Gemeinsam mit Henriette vom Arbeitsamt und Paula, der Briefträgerin, bringen sie erst alles durcheinander und dann das darf verraten werden zum guten Ende.

Die letzte öffentliche Veranstaltung der Spielsaison 2004 findet am kommenden Samstag, 13. November, in der Stadthalle Kirchheim statt, Beginn 20 Uhr, Saalöffnung 19 Uhr. Karten für diese Veranstaltung gibt es bei Blumen Kahle im Weppachweg 14 in Kirchheim nach telefonischer Anmeldung unter der Nummer 0 70 21/65 65.

pm