Lokales

Positive Signale für den Radweg

Esslinger Kreisräte äußern sich wohlwollend – Sternfahrt und Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative

Der Landkreis Göppingen hat grünes Licht für den Bau eines Geh- und Radwegs zwischen Ohmden und Schlierbach gegeben. Jetzt richten sich alle Blicke auf den Kreis Esslingen, wo die Entscheidung in knapp zwei Wochen fällt. Die Signale sind überwiegend positiv.

Ganz schön eng wird es für Radfahrer auf der Kreisstraße zwischen Ohmden und Schlierbach, wenn sie von einem Auto oder gar einem
Ganz schön eng wird es für Radfahrer auf der Kreisstraße zwischen Ohmden und Schlierbach, wenn sie von einem Auto oder gar einem Laster überholt werden. Darum ist nun die Hoffnung groß, dass der Kreis Esslingen grünes Licht für den Bau eines separaten Geh- und Radwegs gibt.Foto: Jean-Luc Jacques

Ohmden/Schlierbach. Im Landkreis Göppingen ist die Entscheidung gefallen: Einstimmig hat der Ausschuss für Verkehr und Umwelt dafür votiert, die Kreisstraße zwischen Ohmden und Schlierbach auszubauen – und zwar mit dem separaten Geh- und Radweg. Das ist aber erst einmal die halbe Miete. Zwar ist der Geh- und Radweg vonseiten der Kreisverwaltung fest eingeplant. Ob er gebaut wird, entscheidet jedoch der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) des Landkreises Esslingen in seiner Sitzung am 23. Oktober.

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„Die Abstimmung im Landkreis Göppingen sehe ich als positives Signal“, sagt Ohmdens Bürgermeister Martin Funk, der für die SPD im Ausschuss für Technik und Umwelt sitzt. „Ich hoffe, dass sich die Esslinger Kreisräte dem Votum anschließen.“ In einer Resolution hatte sich Martin Funk im Namen der Gemeinde Ohmden vehement für den Bau des Geh- und Radwegs nach Schlierbach eingesetzt. Er selbst sei nun zuversichtlich, dass sich eine Mehrheit finde, teilt der Rathauschef mit. Wohlwollend äußern sich auch einige Kreisräte zum Neubau des Verbindungswegs.

„Ich halte den Bau eines Geh- und Radwegs zwischen Ohmden und Schlierbach für sehr sinnvoll und richtig“, sagt Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer, ATU-Sprecher der Freien Wähler. Immer wieder werde zu Unrecht behauptet, die Strecke sei lediglich für Freizeitradler interessant. „Der überörtliche Alltagsverkehr ist ein entscheidender Faktor. Dazu tragen auch die Pedelecs bei“, sagt Riemer, der zugleich Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen ist. Außerdem gehe es um eine sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Ohmden und Schlierbach: „Die Straße ist kurvig, führt durch den Wald und hat eine leichte Steigung“, geht Riemer auf das Gefährdungspotenzial ein.

Gegenwind aus seiner Fraktion sieht Altenriets Bürgermeister Bernd Müller, ATU-Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion, nicht. „Trotzdem müssen wir die Diskussion abwarten“, sagt er. Insbesondere die Finanzierung des Geh- und Radwegs sei eine Krux. „Aber wenn sich Ohmden an den Kosten beteiligt, sehe ich kein Problem.“

Auch für Marianne Erdrich-Sommer. Sprecherin der Grünen-Kreistagsfraktion, sind die Finanzen entscheidend. „Wir betrachten den Bau des Radwegs mit sehr viel Wohlwollen“, sagt sie. Schließlich setzten sich die Grünen für mehr Radwege ein und forderten auch den Ausbau des Radwegenetzes im Kreis Esslingen. Dennoch: „Eine endgültige Meinung haben wir noch nicht“, sagt sie und weist auf den „Spagat zwischen finanzieller Aufwendung und der guten Sache Radweg“ hin.

Wie wichtig den Bürgern der Radweg ist, möchte unterdessen die gemeindeübergreifende Bürgerinitiative zeigen. Sie hatte sich vor wenigen Wochen gegründet und bereits im September einen Aktionstag organisiert. Außerdem hat sie eine Unterschriftenaktion angestoßen. Morgen soll es nun zum zweiten Mal eine Sternfahrt zur Kreuzeiche geben, bei denen Bürger aus Ohmden und Schlierbach die Kreisstraße entlangradeln. „Hierbei würden wir den Verantwortlichen gerne die schadhafte und gefährliche Straße demonstrieren und die Notwendigkeit eines Geh- und Radwegs darlegen“, heißt in der Einladung.

Immer wieder haben die Mitglieder der Bürgerinitiative, aber auch die Bürgermeister der Gemeinden Ohmden und Schlierbach in der Vergangenheit den Sicherheitsaspekt betont. Wichtige Punkte sind für sie die geringe Breite der Straße von 5,50 Metern sowie die Freigabe für den Schwerlastverkehr nach dem Ausbau und die damit verbundenen Gefahren für Radler und Fußgänger.

Bedenken am Bau des Radwegs hatte es unter anderem vonseiten des Naturschutzes gegeben. Der NABU kritisierte vor allem den zusätzlichen Flächenverbrauch und den Eingriff in den Lebensraum von Tieren.

Am morgigen Sonntag, 12. Oktober, organisiert die gemeindeübergreifende Bürgerinitiative eine Sternfahrt zur Kreuzeiche. Damit setzt sie sich für den Bau eines Geh- und Radwegs entlang der Kreisstraße ein. Die Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr am Grub­äcker­weg beim Kreisverkehr in Ohmden und am Gemeindepfleghaus Alexander-Stift am Kreisverkehr in Schlierbach. An der Kreuzeiche liegt eine Unterschriftenliste aus.