Lokales

Postagentur gibt auf

In Schlierbach wird fieberhaft ein neuer Betreiber für die Postagentur gesucht. Die bisherige Betreiberin will ihren Vertrag nicht verlängern.

SCHLIERBACH Seit Ende des vergangenen Jahres hat die Gemeinde Schlierbach keine Postfiliale mehr. Das Schlierbacher Elektrogeschäft Severin hatte eine Postagentur als weiteres Angebot in den Laden mit aufgenommen. Alles lief zufriedenstellend, bis die Betreiberin nach mehreren Monate feststellte, dass der zusätzliche zeitliche Aufwand zu groß und mit dem eigentlichen Betrieb nicht mehr zu vereinbaren ist, teilte Bürgermeister Paul Schmid mit.

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Jemanden einzustellen sei für die Frau nicht in Frage gekommen, weil dann der Erlös nicht mehr gestimmt hätte. Die Betreiberin habe den Vertrag rechtzeitig gekündigt. Dieser sei Ende Oktober ausgelaufen. Erst nach einem persönlichen Gespräch konnte Schmid die Frau dazu bewegen, bis Anfang nächsten Jahres weiter zu machen. Post und Gemeinde gewinnen so mehr Zeit.

Schon im Sommer hatte sich die Post auf die Suche nach einem neuen Betreiber gemacht. Ein Interessent hätte sich gemeldet, sagt Schmid. Im September hörte der Schultes, dass die Post nach anderen Lösungen im Ortskern suche. "Wir sind auf der Suche", bestätigt Post-Pressesprecher Hugo Gimber.

Findet sich kein Nachfolger für die Postagentur, wird das Unternehmen wohl selbst tätig werden müssen. denn Orte ab 2000 Einwohnern haben von Gesetzes wegen einen Anspruch auf eine Poststelle, bestätigt der Pressesprecher. Notfalls müsse die Post selbst wieder eine Filiale betreiben, sagt Gimber, aber noch sei ja genug Zeit, um einen Nachfolger für die Postagentur zu suchen.

Unabhängig von den Aktivitäten der Post will der Schultes jetzt nach anderen Lösungen suchen. Am liebsten wäre ihm, wenn ein Interessent die Räumlichkeiten der früheren Postfiliale übernimmt. Auf 120 Quadratmetern könne man dort neben dem Postservice ein weiteres Sortiment, zum Beispiel mit Büchern oder Zeitschriften, anbieten. Unmittelbar im Ortskern und in der Nachbarschaft zu Metzger, Bäcker und Apotheke bestehe die reelle Chance, sich selbstständig zu machen, meint Schmid. Im Ort könne sich jedenfalls niemand vorstellen, dass die Post einmal nicht mehr da ist, kennt Schmid seine Bürger.

nwz