Lokales

"Potenziale der Älteren besser ausschöpfen"

In seinem Grußwort ging Landrat Heinz Eininger auf das große Engagement des Kreisseniorenrats ein und würdigte die positive Zusammenarbeit. Rainer Häußler, der bisherige Vorsitzende des Kreisseniorenrats, wurde erneut an die Spitze gewählt.

KREIS ESSLINGEN Landrat Eininger beschrieb drei wichtige Ziele des Landkreises, die in der Verfolgung des Altenhilfeplans jetzt verstärkt angegangen werden. Zum einen sollen soziale Netzwerke im Nachbarschaftsbereich gefördert werden. Das "Betreute Wohnen zu Hause" soll fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu ist nötig, dass eine große Verlässlichkeit in diesen neuen Weg des Wohnens im Alter eingebaut wird. Der älterer Mensch und seine Angehörigen sollen auf ein gesichertes Fallmanagement vertrauen können und durch Koordinierung verschiedener Dienste umfassend beraten und betreut werden.

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Als dritten Punkt nannte Landrat Heinz Eininger die Unterstützung pflegender Angehöriger durch "Pflegebegleiter". Den vorgesehenen Dialog zwischen Jung und Alt begrüßte er ausdrücklich.

Einen Einblick in seine lebendige Gemeinde gab Bürgermeister Wolfgang Benignus. Die steigende Zahl älterer Mitbürger wird auch hier wahrgenommen. Bei der Weiterentwicklung der Infrastruktureinrichtungen wird dies berücksichtigt. So werden der Ortskern und die S-Bahn-Station seniorengerecht und barrierefrei gestaltet. Als Mitglied des Bundestags sprach MdB Markus Grübel. Er zeigte die Aufgaben auf, die im Bundestag in der Altenpolitik einem seiner Schwerpunktgebiete heranstehen. Unter anderem soll das Heimgesetz novelliert, die Patientenverfügungen sollen im Gesetz verankert werden und um ein Miteinander von Alt und Jung zu fördern, sollen Mehrgenerationenhäuser vom Bund bezuschusst werden. Grübel bemerkte, dass der Landkreis Esslingen in vielen Dingen Vorreiter sei. Dinge, die in den Gremien im Bundestag besprochen werden, sind hier schon lange bekannt.

Die Neuwahlen ergaben folgende Ergebnisse: Vorsitzender bleibt Rainer Häußler, seine Stellvertreterinnen sind Gerti Müller und Christina Elsässer, Schriftführerin ist Ingrid Schwörke, Kassiererin: Annemarie Möhrle, Kirchheim wird vertreten durch Tilman Walther, Beisitzer sind Gisela Geffers, Wendlingen, Hans Lange, Großbettlingen, Friedrich Strähle, Esslingen, Erika Jahke, Weilheim, Renate Ternes-Wengert, Esslingen, Erich Hogen, Großbettlingen, und Heide Kast, Ostfildern. Rechnungsprüfer sind Ernst Haage, Nürtingen, und Ulrich Rieker, Neidlingen.

Das aktuelle Thema der Veranstaltung wurde von dem Vorsitzenden des Landesseniorenrats, Siegfried Hörrmann, aufgegriffen. Er berichtete sehr anschaulich von den Herausforderungen und dem gesellschaftlichen und politischen Handlungsbedarf, der durch den demografischen Wandel hervorgerufen wird. Als Mitglied der Enquetekommission des Landtags ging Hörrmann auf die Schwerpunkte Familie Bildung Arbeitsmarkt ein. Besonders stellte er den Handlungsbedarf für und durch Ältere heraus. Die ökonomischen und geistigen Potenziale Älterer seien noch besser auszuschöpfen. Dies ermöglicht lebenslanges Lernen durch Teilhabe an den verschiedensten Bildungsangeboten. Wichtig seien aber auch die Verstärkung familiärer Netzwerke, verbunden mit einer neuen Kultur der Verbindung in den Nachbarschaften. Hierzu gehörten Informationsstellen in einem altenfreundlichen Wohnumfeld. Das Projekt "Betreutes Wohnen zu Hause" finde sich hier wieder.

Schließlich kam zum Ausdruck, dass die Feststellung "Deutschland altert" keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung ist, wenn die Eigen- und Mitverantwortung der Älteren gestärkt werde. Hierzu gehöre rechtzeitige Vorsorge zur selbstverantwortlichen Gestaltung seines Lebens, zur Vorsorge für die Gesundheit und der Übernahme von Mitverantwortung durch aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben seiner Umgebung. "Dadurch erfährt jeder ein stützendes Selbstwertgefühl und Lebensmut."

pm