Lokales

"Prägendes Fachwerk" oder " Schönheit um jeden Preis"?

Am Owener Schulgebäude nagt der berüchtigte Zahn der Zeit. Für den Fachwerkteil beider Giebelseiten besteht dringender Sanierungsbedarf. An der Frage, ob das Fachwerk zugeputzt werden oder als Sichtfachwerk erhalten bleiben soll, schieden sich jedoch die Geister in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

ANDREAS VOLZ

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OWEN "Das wird kontroverse Diskussionen geben", hatte Owens Bürgermeister Siegfried Roser zu Beginn der Debatte um die Giebelfassadenrenovierung vorausschauend bemerkt. Tatsächlich waren quer durch die Fraktionen die unterschiedlichsten Meinungen zu hören. Stellvertretend für die beiden Extrempositionen seien zwei Stellungnahmen erwähnt. Hans-Jörg Schmid sprach sich für den Erhalt des Fachwerks aus: "Wenn man es von der Bahnhofstraße aus anschaut, stellt es schon etwas Prägendes dar." Sein Ratskollege Manfred Zahn sagte dagegen mit Blick auf die Gemeindefinanzen: "Den hohen Preis für die Schönheit kann ich nicht verantworten."

Mit dem Fachwerk unter Putz würde die Sanierung beider Giebelseiten jeweils weniger als 10 000 Euro kosten. Hinzu käme die Holzwurmbekämpfung an der Ostseite, die in jedem Falle notwendig ist. Wenn das Fachwerk, das keinen historischen Wert für sich beanspruchen kann, weiterhin sichtbar bleiben soll, würde dies Mehrkosten von rund 20 000 Euro mit sich bringen. Der Gemeinderat hat die Entscheidung vertagt.